Mittwoch, 5. Oktober 2016

Rezension zu „Phoenix - Tochter der Asche“ von Ann-Kathrin Karschnick

„Im Leben musst du Entscheidungen treffen, die dir nicht immer gefallen. Entweder entscheidet man sich für das Leben oder dagegen.“



Hamburg, in einer Zukunft, in der zwar Wesen wie Hexen, Dämonen und Phönixe existieren, die aber gejagt und gefangen werden. Erst erschütterte ein geheimnisvolles Experiment Europa, danach ein Krieg gegen Amerika. Übrig blieb ein zerstörtes, zerrüttetes Land, das jedoch in einer Macht seine Rettung sah: Die Saiwalo. 
Doch die Phönix Tavi weiß es besser. Sie hat viele Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte miterlebt und sie weiß, dass die Saiwalo nicht die großen Retter sind, für die sie sich ausgeben. Mithilfe ihres Zöglings Nathan versucht sie gegen diese Regierung vorzugehen - und gleichzeitig an einem Ort zu überleben, an dem ihre Art als Monster, als Seelenlose gejagt wird. 

Die Idee alleine zog mich schon in ihren Bann. Magische Wesen, nur so ganz anders, als wir sie kennen. Dazu ein fast schon postapokalyptisches Hamburg und eine geheimnisvolle Regierung. 

Die Autorin schafft es mit einer eher ungeschmückten, sehr geraden Sprache dennoch plastische Bilder zu erschaffen. Sei es das zerfallene Hamburg oder die Kämpfe, die während der Ereignisse geführt werden. 

Mir gefiel auch sehr gut, wie die Figuren an sich gestalten werden. Da gibt es keine typische Heldin. Kein Traumtyp. Keine leichten Figuren, die nur die eine Facette zeigen, sondern jeder Charakter bringt eine ganze Palette von Gefühlen, Vorstellungen und Eigenheiten mit, die sie interessant machen - ganz egal, ob man sie nun mag oder nicht. 

Leider gab es auch negative Seiten: 
Zum einen soll Tavi ein ca. 2000 Jahre alter Phönix sein, doch gerade zum Ende hin (in vielen wichtigen Punkten) benimmt sie sich eher wie eine 16-jährige, deren Hormone erwachen. 
Dann konnte mich die Geschichte nicht immer fesseln. Zwar war es spannend und ich wollte wissen, wie es aus geht, aber die vielen ungeklärten Geheimnisse, das ominöse Experiment, das doch nicht näher erklärt wird, und die Andeutungen, die zwar neugierig machen, aber gleichzeitig frustrieren, tat dem Ganzen ein wenig Abbruch. 

Fazit:

Die Idee ist gut und die Geschichte mit ihren Charakteren interessant. Wer viele Geheimnisse mag, die erst nach und nach geklärt werden, in unzähligen Andeutungen, wird sich gut zurecht finden. Der Spannungsbogen schlägt nie aus, aber bricht auch nicht ganz ein. Im Grunde ein solider Anfang, der trotz Mängel, neugierig auf die weiteren Teile macht. 

Gesamt sieht das so aus: 


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