Freitag, 30. Dezember 2016

Rezension zu „Das Erbe der Macht - Feuerblut“ von Andreas Suchanek

Es könnte so schön sein! Weihnachtszeit, Kekse, ein leckerer, warmer Tee, während es draußen kalt ist. Aber das wird für die Lichtmagier wohl nichts. 


Jen schafft es, den Folianten zu lesen und die Prophezeiung zu offenbaren. Worte, die die Unsterblichen, aber auch die junge Frau und Alex zum Handeln zwingt.
Max ist nach dem Martyrium durch den Wechselbalg nach wie vor bewusstlos und so wacht Kevin an seiner Seite. 
Während das unbemerkte Leiden des Freundes über der Gruppe hängt und ein Tod zu betrauern ist, dürfen sie sich nicht zurück lehnen oder sich Zeit nehmen. 

Das Castillo wurde angegriffen, die Archive versiegelt, eine neue Spur scheint Claras Familie zu sein, doch der Besuch dort offenbart nicht nur die sehr eigenartigen Familienverhältnisse, sondern auch noch eine uralte Kriminalgeschichte und einen möglichen Feind von einer Seite, die noch nicht einmal bedacht wurde. 

So wie in jedem Band zuvor punktet auch Band 4 mit spannenden Szenen voller Kampf und Szenen mit Witz und schlagkräftigen Dialogen. 
Die Beschreibung der Umgebung, der geheimen Tempel und alten Bibliotheken ist sehr gelungen. Nicht nur sind sie farbenfroh, stimmungsvoll und plastisch, sondern zeugen von großer Fantasie und Kreativität. Gerade das macht großen Spaß beim Lesen der Reihe. Ich kann es kaum erwarten, an welche Orte es Alex, Jen und die anderen im nächsten Band verschlägt! 
(1 ganzer Monat warten - ich weiß, es lohnt sich, aber fies!) 

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Rezension zu „Green Net“ von Wilfried von Manstein

Die Idee ist ziemlich genial und kommt auch noch mit großer Botschaft daher. 
Fantasy trifft auf Zeitreise trifft auf Ende der Menschheit trifft auf Drachen trifft auf Netzwerke trifft auf Terrorismus trifft auf Green Peace.
Wie das geht und was das soll, werdet ihr euch fragen. Aber ich kann euch sagen, es geht, aber wie, das müsst ihr selber heraus finden. 


Aber kurz: Mario, der Protagonist, ist ein Junge, der nach einem schicksalhaften Erlebnis die Fähigkeit erhält, mit Bäumen zu sprechen, denn die sind gar nicht so unbelebt, wie man denken mag. Es ist viel eher eine Frage der Zeit. 
Die Ereignisse kommen in Gang, weil ein fieses Genie sich eine technische Spielerei aus der Zukunft zurück holt, die ihm Rado, die Protagonistin, zuvor gestohlen hat. 
Die Eltern der beiden Kinder fallen in ein geheimnisvolles Koma. Ein Baum plant die Vernichtung der Menschheit. Da gibt es Roboter, die nicht schimpfen können, und ein Computernetzwerk-ähnliche Verbindung zwischen den Pflanzen. Sogar der König der Kakerlaken spielt eine Rolle. 

Nun, die Idee, was merkt man und darum wollte ich das Buch unbedingt lesen, ist ziemlich ausgefallen, neu und wartete mit vielem auf. 
Die Sprache war eigentlich gut und flüssig zu lesen. Gerade die Natur wurde meisterhaft beschrieben. Genauso die Tiere und bunten, unglaublichen Dinge, die passierten. 
Leider wartet die Geschichte aber auch mit Zeitsprüngen auf, die das Verfolgen der Story erschwerten. Außerdem kam bei mir kein Gefühl für die Figuren auf. Zwar gab es immer wieder Stellen, an denen ich schmunzelte, aber richtig mitgerissen hat „Green Net“ mich leider dennoch nicht. 
Für mich allerdings sind die Figuren in der Geschichte sehr wichtig. Wenn diese mir egal sind, habe ich Schwierigkeiten, die Geschichte voll mitzuerleben. Was schade ist, denn hinter ihr steht eine tolle und wichtige Botschaft und eine Moral, die LerserInnen nachdenklich und sicherlich mit einem anderen Blick für unseren Umgang mit der Natur entlässt. 

Da ein Buch aber auch unterhalten sollte - außer es ist ein Sachbuch - kann ich nur 3 Sterne geben, da sie mich eben nicht gepackt hat. Dennoch lege ich sie jedem ans Herz, denn die Idee ist super und mein Gefühl zu den Figuren ja rein subjektiv. Vielleicht geht es euch ganz anders! Versucht es, es lohnt sich! 

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Rezension zu „Das Erbe der Macht - Wechselbalg“ von Andreas Suchanek

Eigentlich sollte Alex nur endlich seinen Essenzstab erhalten, aber neben einem Stab finden er und Jen sich in größter Gefahr. Die Schattenfrau hat wieder ihre Finger im Spiel und was sie mit den beiden vorhat, kann tödlich enden.


Gleichzeitig bricht Chaos im Castillo aus. Der Wechselbalg schlägt zu. Ein ums andere Mal - doch noch glauben die Magier, dass sie einen Verräter in ihren Reihen haben. 

Diese Mischung aus Nichtwissen und Wissensvorsprung gegenüber den Figuren der Geschichte baut eine besondere Spannung auf. Gleichzeitig sieht man in die Gedankenwelt des Gefangenen, ohne zu wissen, um wen es sich handelt. 

Geheime, gefährliche Artefakte. Die verworrenen Pläne der Schattenfrau. Dazu die schlagfertigen Dialoge und ergreifenden Passagen, in denen ich darauf hoffte, keiner der Figuren, die mir ans Herz gewachsen sind, würden sterben. Und man, das ist manchmal knapp! 

Bis jetzt wurde jeder Band noch ein wenig spannender. Die Geschichte zieht sich zusammen, ohne alle Fragen zu beantworten. Gekonnt werden die Charaktere immer plastischer und greifbarer, als würde man Freunden durch die Abenteuer folgen. 
Zum Glück habe ich noch einen Band, bevor ich auch im Ein-Monats-Rhythmus angekommen bin. Wie ich das überlebe, weiß ich allerdings noch nicht ;D 

Dienstag, 27. Dezember 2016

Rezension zu „Das Erbe der Macht - Essenzstab“ von Andreas Suchanek

Die magische Welt mag durch den Wall von der nichtmagischen getrennt sein, doch das war nicht immer so. Die Weltgeschichte ist durchzogen mit Ereignissen, die nicht einfach mit Unglück zu erklären sind. Stattdessen zeigt sich, dass Magie dahinter steckt. Und nicht nur das, sondern eine ganz bestimme magische Figur, die Chaos stiftet und deren Plan noch immer nicht klar zu Tage tritt, auch wenn die einzelnen Schritte bereits getan werden. 


Auf diese Weise verankert sich die Geschichte um die Lichtkämpfer geschickt in der Realität und macht sie fast greifbar. 

Gleichzeitig lernt man die einzelnen Figuren und ihre Geschichten näher kennen. Das Team um Jen handelt und versucht Antworten zu finden. 
Aber auch der Rat bekommt einige Seiten gewidmet und die großen Namen unserer Geschichte werden zu plastischen Figuren mit eigenen Charakteren und Eigenheiten, die nicht selten zum Schmunzeln einladen. 
Mit Jen und Alex geht es ebenfalls weiter. Ein spannender Kampf und gut gehütete, persönliche Geheimnisse werden gelüftet. 

Die Urban-Fantasy-Serie liest sich sehr locker und leicht. Mir persönlich gefällt die Kombination von der metaphorischer Sprache, wenn es um die magischen Begebenheiten geht, und die moderne, sehr offene Sprache, wenn die Figuren miteinander sprechen oder man die Geschichte aus Alex Standpunkt aus verfolgt. Beide Varianten erzeugen die passende Stimmung und ziehen den/die LeserIn tiefer in diese Geschichte voller Wirrungen und der Jagd nach einem Verräter. 

Montag, 26. Dezember 2016

Rezension zu „Chroniken der Seelenwächter - Die Prophezeiung“ von Nicole Böhm

Eine geheime Fremde, die Jaydees und Akils Weg kreuzt und ebenfalls hinter Coco her ist.


Doch sie ist nicht die Einzige, die ein Geheimnis hütet. Auch Ilai hält etwas geheim und scheint viel mehr zu wissen, als er zu sagen bereit ist. 
Will ist auf dem Weg, die Familie zu treffen, deren Wappen das seiner Familie war. Wem wird er begegnen? Welche Überraschungen hält dieses Zusammentreffen noch bereit?
Gleichzeitig nähern sich Jess und Jaydee an - irgendwie. 

Eine Fragen werden geklärt. Spannende Verwicklungen und neue Geheimnisse kommen hinzu. Dazu kommt dieses Knistern, das zwischen Jess und Jay entsteht, und jede Szene mit den beiden auflädt - so viel kann passieren. 

Die Figuren bewegen sich plastisch und unglaublich echt durch diese Welt. Die neuen Begebenheiten sind spannend und waren nicht vorherzusehen. 
Das Ende des Bandes hat es in sich und eigentlich will man nur weiter lesen! 

Freitag, 23. Dezember 2016

Rezension zu „Chroniken der Seelenwächter - Blutsbande“ von Nicole Böhm

Bis jetzt fand ich die Reihe gut, nett für zwischendurch - aber nun hat sie mich richtig gepackt und ich bin ein Fan! 


Ein Familienwappen, das Fragen aufwirft und Will dazu veranlasst, auf eine gefährliche Suche zu gehen. 

Jess, die den Verlust von Ariadne verarbeiten muss, und nun bei den Seelenwächtern lebt, obwohl Jaydee so nahe ist und die beiden sich jedes Mal an den Kragen gehen, wenn sie aufeinander treffen. 

Anna geht derweil ihrem Gefühl nach, dass eine Verbindung zwischen ihr und Jess besteht. 

Dazu kommt die Bedrohung durch Joanna und dem sogenannten Meister, der noch viel mehr auf Lager hat, als zuvor angenommen.

Und wer ist die geheimnisvolle Coco? Welche Kräfte bergen sich in Jess? Und wie wird sich die Beziehung zwischen ihr und Jay weiter entwickeln? 

Fragen über Fragen, die die Spannung gekonnt aufbauen und süchtig nach den weiteren Teilen. 

Die Schreibweise ist locker zu lesen. Passt sich der jeweiligen Figur, aus deren Sicht gerade erzählt wird, an und ist sowohl witzig, schlagkräftig, als auch berührend und bildgewaltig, ohne gestelzt zu wirken. 

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Rezension zu „Zero“ von Marc Elsberg

Willkommen in Paranoia. 
Ja, dieser Satz geht nicht nur durch den Kopf einer der Protagonistinnen.
Auch mir ging er beim Lesen mehrmals durch den Kopf. 


Fiktion vermischt sich mit Realität. Anonymus und eine neue Hacker-Aktivisten-Gruppe namens Zero. Facebook, Google, neben FreeMe. FBI, Polizei und die Medien. Daten Klau und Daten Verkauf. Eine Verschwörung. Ein Experiment. Ein Anschlag. Bekannte Namen aus unserer Realität stehen neben denen der fiktionalen Geschichte, geben das Gefühl, das alles greifbar wird, es wird echt und fast schon erschreckend real. 

Geschickt beginnt die Geschichte. Ein Drohnenanschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Die Hacker-Organisation Zero bekennt sich. Worum geht es? Um Datendiebstahl und Datenkraken - Zero will diese zerschlagen. Der ausgesuchte Feind? FeeMe. 

FreeMe ist eine Datenkrake - und angeblich wieder nicht. Denn zwar sammeln die User die Daten, aber sie verkaufen sie selbst, machen Gewinn durch den Verkauf ihrer Daten. Und je mehr Daten sie sammeln, desto mehr sind sie wert. Also heißt es sich ausstatten mit Smartwatch, Datenbrille - alles wird dokumentiert und gemessen. 

Warum? Weil es ActApps gibt, die zu allen Lebenssituationen Ratschläge geben. Wie sich kleiden, was sagen? Wie das Verhalten verändern - damit die Daten mehr an Wert gewinnen. 

Das ist die Ausgangssituation. Die Hintergrundinfos werden perfekt in die Story eingegliedert. Denn der/die LerserIn nimmt hier die Position von Sin ein. Sie ist Journalistin, mit einer Tochter im Teenager Alter. Sin hat keine Ahnung über all das. Die technischen Neuerungen sind an ihr vorüber gegangen. Doch nun muss sie sich damit auseinander setzen und wird immer tiefer in den Strudel hinein gezogen.

Skepsis, Pro und Contra, Nutzen, Gefahr oder Sicherheit - all das mischt sich. Wem kann sie noch trauen? Wie sicher ist sie? Wer weiß was über sie? Kann man überhaupt noch untertauchen?

Steffen Groth liest die Geschichte grandios. Von Hysterie bis Sarkasmus spielt alles in seiner Stimme mit. Es entstehen keine Längen, der Spannungsbogen wird gehalten. Die Stimme ist angenehm zu hören und fesselt bis zum Schluss. 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Rezension zu „Das Erbe der Macht - Aurafeuer“ von Andreas Suchanek

Ein junger Mann wird in London von einem grün leuchtendem Ball umgeworfen. 
Plötzlich ist alles anders.
Zur selben Zeit befinden sich zwei junge Lichtkämpfer auf dem Weg ein Ereignis zu untersuchen und stoßen auf tote Wächter, eine geheime Organisation und ein gefährliches Artefakt.
Wie alles zusammen hängt? Das gilt es nun heraus zu finden! 


Der Schreibstil ist einfach zu lesen. Begleitet man den jungen Mann, der neu in diese magische Welt eintritt, ist sie einfacher, aus dem alltäglichen Leben genommen, während sie bei den Magiern an Ernsthaftigkeit und Umschreibung zunimmt. 

Die Figuren, seien es Alex oder Jen, Kevin, Max oder Chris, oder sie Ratsmitglieder, wirken plastisch und echt. Sie nehmen den fiktionalen Raum ein und ihre Handlungen sind nachvollziehbar, sie wirken echt und greifbar. Es macht Spaß, ihre Wege zu verfolgen. 

Gleichzeitig wartet die Serie mit geheimnisvollen Prophezeiungen, bösen Machenschaften und undurchsichtigen Gegnern auf, deren Beweggründe und Ziele man nicht gleich durchschauen kann. 

Gut gemacht ist auch die Art und Weise, wie Hintergrundinformationen übermittelt werden. Nämlich durch Gespräche zwischen den Figuren, ohne den Lesefluss oder den Fortschritt der Geschichte zu stören. 

Ein gut gelungener Auftakt einer Urban-Fantasy-Serie, die noch richtiges Suchtpotential entwickeln kann ;) 

Montag, 19. Dezember 2016

Rezension zu "Academy of Shapeshifters - Silbergrau" von Amber Auburn

Lena hat sich endlich gegen Zofia gewehrt. Die Entwicklung, die bereits im letzten Band zu spüren war, geht weiter voran. Lena will nicht mehr unterdrückt werden, nicht mehr daneben stehen, sondern sich wehren und handeln. 
Und die Zeit scheint perfekt für diesen Wandel!


Die ersten Spiele stehen an und Lena muss alles geben, um ihrem Team zu mehr Punkten zu verhelfen. Doch dieses Mal sind die Spiele anders, so zumindest sagen es die Captoren - gefährlicher, wie gefährlich, wird man noch sehen. 

Gekonnt baut die Autorin den Spannungsbogen auf und hält ihn über die Spiele hinweg. Immer wieder trifft man auf ruhigere Szenen, in denen Charakterentwicklung und Emotion im Vordergrund stehen. Spannung, Drama und Witz wechseln sich ab, verweben sich in diesem Band zu einer weiteren actionreichen Episode, die wieder einmal Lust auf Mehr macht. 

In diesem Band darf man sich auf süße Szenen und bittersüße Genugtuung freuen. Eine Drohung steht im Raum. Die Zukunft ist ungewiss. Eine Schwester wird vermisst. Die Feinde nehmen zu. Die Spiele sind noch nicht gewonnen. Und dann ist da so etwas...*SPOILER*.... ich denke, auf das sich jeder bestimmt schon seit ein paar Bänden freut! 

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Rezension zur Märchen-Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“

Diese märchenhafte Anthologie stammt aus dem Drachenmond Verlag und wurde von Christian Handel herausgegeben. Leser und Leserinnen dürfen sich bei dieser Sammlung von Kurzgeschichten auf zauberhafte, liebevolle, aber auch düstere Geschichten freuen. 
Insgesamt variieren die Geschichten von ihrem Schreibstil. Manche sind mystisch und arbeiten viel mit Bildern und Umschreibungen. Andere sind direkter, fangen gerade bei jüngeren ProtagonistenInnen die innere Stimme und das Alter ein. Andere sind humorvoll und voller Schwung, mit kürzeren, schlagfertigen Formulierungen. 
Die Sprache passt zu den Geschichten und muss nicht jedem zusagen, mir persönlich hat jede Geschichte auf ihre eigene Art gefallen, auch wenn ich Favoriten habe und Geschichten, die mich weniger berührt haben. 



Den Auftakt macht Julia Adrian, die in „Die Kinderfresserin“, den/die LeserIn zurück nach Pandora führt und die Geschichte eine der 13 Feen erzählt. Wer ihre Trilogie kennt, weiß, wenn ich sage: Erneut nimmt sie die Fäden auf und webt sprachgewaltig die Geschichte, so wie man es kennt, mystisch, bedrohlich und berührend. 

Von Pandora aus geht es ins Morgenland, zu Räubern und Händlern, einer jungen Frau, die sich als Mann verkleidet und einem Flaschengeist der anderen Art. 


Spannend und humorvoll erzählt Susanne Gerdom in „Iftah Ya Simsim“ die Geschichte um den Händlerjungen und das Räubermädchen. 


Kurz, aber nicht weniger spannend, geht es in „Graf Steinherz“ von Kate Forsyth um einen Mann ohne Herz, eine Fee und eine süße Entstehungsgeschichte für Weihnachten. 


Nina Blazon erzählt in „Das Fest“ die Geschichte über einen alten Brauch, eine grausame Geschichte, tote Geschwister und Höllenpferde, die eine junge Liebe bedrohen. 


Seanan McGuires „Sei still und lausche“ gefiel mir wegen ihres mystischen Tons sehr gut. Die Geschichte ist nicht ganz klar. Alles ist irgendwie diffus und gleichzeitig greifbar und klingt wie ein Lied, das man immer wieder hören möchte. 


„Schwangengesang“ von Nina Bellem kommt mit einem unschuldigen Titel daher, doch dahinter liegt eine schaurige Geschichte mit einem erstaunlichen Plottwist und ziemlich genialem Ende. 


Mara Lang erzählt in „Das Gewissen der Welt“ eine wundervoll traurige Liebesgeschichte, über zwei Schwestern, einen verfluchten Mann und ein schwerwiegendes Opfer. 


„Der Schuh der Dryade“  von T. Kingfisher gefiel mir nicht unbedingt wegen der Schreibweise so gut, obwohl auch sie wunderbar stimmig ist, sondern der Neuinterpretation von Aschenputtel, mit einer emanzipierten Protagonistin, deren größter Wunsch es eben nicht ist, einen Prinz zu heiraten. 


„Der Schneemann und die Ziege“ von Tanja Kinkel ist süß, aber gehört wohl zu den Geschichten, die weniger in meinem Gedächtnis bleiben wird. 


Diana Menschig geht in „Das Wappen“ dem Wappen einer königlichen Familie nach, dessen Ursprung in der Liebe zweier Menschen liegt, die eigentlich Feinde sein müssten. 


„Das Glück lebt still im tiefen Wald“ von Christoph Marzi thematisiert auf hübsche Weise die Macht und Wichtigkeit von Geschichten, und auch sie mischt alte Märchen und gibt ihr ein neues Gewand. 


„Silbernächte“ von Anna Milo gehört sicherlich zu einer meiner liebsten Geschichten. Ein Wald, seine Bewohner, Geister, ein König und ein junger Mann, der sich beweisen muss. Eine Schwester wartet auf Rettung. Und ein junges Wolfsmädchen opfert sich für ihre Familie, um den Herren des Waldes zu warnen. Spannend und eindrucksvoll, sowie bildgewaltig. 


Was vor „Die Schöne und das Biest“ geschah, so könnte man „Das Rosenkind“ von Fabienne Siegmund umschreiben. 


Katrin Solberg hat sich eine gruselige Geschichte in „Spiegelschwester“ um eine böse Herzogin und einen Spiegel ausgedacht, in dem junge Mädchen eingesperrt werden. Bis eine fliehen kann, sich mit einem Wolf zusammen tut, der keiner ist, und flieht, bis Fliehen keine Option mehr ist. 


Eine Geschichte, die mich wirklich restlos begeistern konnte, war „Der Fluch der wahren Liebe“ von Christian Handel. Denn da trifft Dornröschen auf Gender-Swap und einen Plottwist, übertritt das, was stereotyp zum Märchen gehört und interpretiert es zeitgemäß neu. 


„Das knöcherne Mütterlein“ von Björn Springorum ließ mich die gesamte Zeit schmunzeln. Die Schreibweise ist locker und schlagfertig. Die Geschichte wartete mit einem Plottwist auf und bot ein Autorennachwort, das alles perfekt abrundete. 


Anpassen, bis zum bitteren Ende. Schönheit, was immer der Preis. Und Liebe, für die man alles tut, egal wie gering die Chancen. Mehr darf ich nicht verraten, außer dass die Geschichte sehr gut zu lesen war. Die Rede ist von „Der schwarze Schwan“ von Susan Wade. 


„Knochenlicht“ von Juliet Marillier spielt mal nicht in einem Wald (nicht in einem echten, zumindest) und hat auch keine Prinzessin und ein Königreich zum Inhalt. Stattdessen geht es um eine moderne Interpretation von Aschenputtel, nur dass die Rettung nicht von einem Prinzen kommt. Sehr coole, in dem Rahmen auch einzigartige Geschichte wegen ihres Settings, 

Montag, 12. Dezember 2016

5 Tage Saftkur oder "Wie ich trotzdem keinem Menschen an die Gurgel ging"

Am Mittwoch kommt meine Kiste von „Kale and Me“ an. Darin befinden sich 5x6 Säfte, die ich für die nächsten Tage trinken will. 
Geistig stelle ich mich seit Tagen darauf ein. In den zwei Tagen davor habe ich etwas weniger gegessen, mehr Wasser getrunken und die Kohlenhydrate reduziert. 
Dann kann es ja eigentlich los gehen, oder?! 


Mein erster Saft heißt „Amy Almond“ und darin sind Mandeln, Datteln, Wasser und Salz. Es sieht aus wie Milch und schmeckt süßlich. Lecker! Gesättigt bin ich danach auch einigermaßen. Fürs erste ein guter Start, mal sehen, wie der Tag weiter geht. Alle zwei Stunden werde ich einen weiteren der sechs verschiedenen Säfte trinken. 

Den ersten Tag überstehe ich eigentlich recht gut, viel besser, als ich erwartet habe. Ich rechnete mit Verzweiflung und Aufgabe, aber das alles blieb aus. Ja, ich habe Hunger. Ja, ich würde viel lieber gerade ein Steak essen und vielleicht ein Glas Wein trinken. Aber es sind fünf Tage - das ist machbar. Dazu schmecken die Säfte wirklich gut. Na gut, mir persönlich schmeckt Kohl nicht ganz so, aber „Kalvin Kale“ ist trotzdem lecker. Auch mag ich keine Rote Beete und dennoch trinkt sich der Saft „Rosy Roots“ problemlos. Das ist nicht mein erster Versuch einer Saftkur, aber es ist mein bester Start in eine. 

Wie helfe ich gegen den Hunger? Ich mache mir eine Gemüsebrühe mit viel Chilli. Die Wärme beruhigt meinen Magen und zügelt den Hunger. Dazu trinke ich sehr viel Wasser. Auf etwas kann ich nicht ganz verzichten. Eine Tasse schwarzen Kaffee gönne ich mir am Nachmittag. Mein Kopf schmerzt und ich bin furchtbar müde, danach geht es besser. Außerdem gehe ich viel nach draußen und bewege mich, gehe mit meiner Hündin spazieren und genieße die frische Luft. Normalerweise gehe ich laufen, doch dazu fehlt mir am Abend die Kraft, stattdessen mache ich Pilates und Yoga. Beides zusammen eine halbe Stunde.

Dann ist der erste Tag überstanden und ich bin motiviert für die nächsten vier. 

Die nächsten Tage halte ich ähnlich. Die Säfte trinke ich alle zwei Stunden, nehme mir den, der mich gerade anspricht - mal entscheide ich nach der Farbe des Saftes oder den Inhalten - und trinke daneben viel Wasser und scharfe Gemüsebrühe. Ich gehe viel raus und bemühe mich, wenigstens eine halbe Stunde Pilates und Yoga zu machen. 

Am dritten Tag habe ich ein Tief. Zu Mittag würde ich am liebsten den Kühlschrank plündern und mich in Pasta eingraben. Da ich nichts zu tun habe - der Hund ist bei meinem Bruder, meine Mutter auch gerade nicht da und die Uni beginnt erst in ein paar Stunden - werde ich unruhig. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich von Couch zu Kühlschrank tigere. Hin und her. Kühlschranktür auf, ein verzweifeltes Hineinstarren, wieder zumachen, zurück zur Couch. Plötzlich dauern die zwei Stunden ewig lang. Aber auch diese Phase geht vorbei. Ich esse nichts, tue nichts, was die Kur sabotieren könnte und harre aus. Was hab ich mich gefreut, als ich den nächsten Saft endlich trinken durfte! 

Der vierte Tag ist schwierig. Ich esse drei Bananen und trinke die Säfte, aber es geht vorbei. Am Abend bin ich wieder gut gelaunt und freue mich, denn soweit läuft es gut. 

Und dann endet auch schon der fünfte Tag. Kein Hunger, keine Nervosität. Mir reichen die Säfte und ich bin entspannt und ziemlich glücklich. 
Ich habe es tatsächlich geschafft und fühle mich grandios!

Am nächsten Tag stelle ich mich auf die Waage. 1 1/2 Kilo sind runter. Natürlich, viel davon ist Wasser. Ich gehe davon aus, dass wieder etwas drauf kommt, wenn ich beginne zu essen. Dennoch, ich grinse. Das gibt Motivation und die Kraft, weiter zu machen - nicht mit der Saftkur, da haben mir die fünf Tage gereicht, sondern mit dem gesunden Essen, dem ausgewogenen Essen, dann überstehe ich auch die Weihnachtszeit. 

Und meine drei liebsten Säfte? 
#catiecarrot, #alavoca und #amyalmond ;) 



Donnerstag, 8. Dezember 2016

Von Feuertempeln zu Bankenvierteln - Eine kunstgeschichtliche Reise durch den Iran

An der Universität Wien ist es Teil des Master Studiengangs „Kunstgeschichte“, eine Auslandsexkursion zu absolvieren. Im Wintersemester 2016/17 wurde eine Exkursion nach West- und Zentraliran durch die Initiative der Professur für Islamische Kunstgeschichte am Institut möglich gemacht. Das Institut für Kunstgeschichte bietet als eine der wenigen in Europa überhaupt ein solches Lehrangebot an. Insgesamt nahmen 22 StudentenInnen diese Chance wahr. 
Ja, wir machten uns Gedanken, vielleicht sogar Sorgen. Immerhin - wieviel wussten wir schon über das Land, das sich „Iran“ nennt? Da gibt es die Nachrichten und Meinungen von Freunden und Bekannten, aber kaum jemand kannte dieses Land wirklich. Die Erwartungen gingen auseinander, Vorstellungen bildeten sich, die wir auf den Prüfstand stellen wollten. 
An einem Samstag spät Nachmittags im November landen wir in Teheran. Der Flughafen ist übersichtlich, durch die Pass- und Visakontrolle kommen wir zügig. Auch die Koffer sind schnell in unserem Besitz und so geht es mit dem Bus weiter ins Hotel. Der Verkehr ist dicht. Es ist spannend anzusehen, wie die Autos sich um uns bewegen, chaotisch, aber in ihrem ganz eigenen Rhythmus - hupend statt blinkend. Ein Spektakel! Einzelne Lichter erhellen uns noch unbekannte Straßen und Plätze. Wir sind tatsächlich angekommen. Nun heißt es den Iran entdecken, die Kunst sehen, die Leute kennenlernen. 



Wir beginnen in Teheran. Genauer gesagt vor dem Nationalmuseum. Es geht zunächst um die iranische Kunstgeschichte. Wir sprechen über das französische Monopol in Sachen iranischer Archäologie bis 1906, bis zur konstitutionellen Revolution und dem danach entstehenden historischem Nationalismus. 1917 wurde das erste Nationalmuseum mit 300 antiken Objekten erbaut. 1922 folgte die Gründung der „Society for National Heritage“, die die Errichtung von Gebäuden erließ, die eine Verbindung zur iranischen Geschichte aufweisen sollten. Der Stil der Architektur und der Rückgriff auf ein historisierendes Programm sollten Kontinuität iranischer Geschichte vermitteln. In diesem Sinne greift auch das heutige Nationalmuseum in seiner Mitte, dem Iwan, zurück auf ein sassanidisches Architekturelement, ca. 5./6. Jh., welches so am Taq-e Kesra in Ktesiphon zu sehen ist. 


Danach geht es in das Museum. Es befinden sich ca. 300.000 Artefakte aus Persepolis, Ismail, Abad, Shush, Rey und vielen weiteren darin. Nach einem langen und aufmerksamen Blick hinein und einer ersten Einführung in die Geschichte und Archäologie des Landes, ziehen wir weiter. Unser Zeitplan ist straff und wir wollen so viel sehen wie möglich. 
In der Hauptstadt besuchen wir auch noch den Gulistan-Palastkomplex, wo wir den Marmorthron von Fath Ali Shah bewundern, einen Gang durch den Bazar machen und dort, inmitten des scheinbaren Chaos, unser erstes, iranisches Essen zu uns nehmen. 
Es geht weiter nach Qazvin, wo wir nicht nur die alte Haydariye Madrase besuchen, deren Stuckdekorationen in ihrer Vielfalt und Komplexität uns den Atem rauben, sondern auch den Hof einer Moschee betreten, dessen Backsteindekor und großzügige Ausmaße uns eine Weile festhalten. 
Auch erleben wir in Qazvin das erste Mal den Verkehr hautnah. Nicht nur, dass sich unser Busfahrer durch die engen Gassen quetscht, als hinge seine Ehre davon ab. Wir gehen auch zu Fuß und lernen, dass man keine Ampeln braucht, um über die Straße zu gehen - zumindest lernen wir, dass wir darauf nicht vertrauen sollten, und legen unsere Scheu vor den Autos ab. Gehen heißt das Motto! 
Am Tag danach stehen wir auf einem alten Vulkan, in 2200 Meter Höhe, nachdem wir mit dem Bus durch karges Bergland und durch kleine Dörfer aus Lehm gefahren sind. Eine Ruine erwartet uns. Vorislamische Zeit. Takht-e Solayman. Ein sassanidischer Feuertempel. In der Mitte des Areals ein tiefblauer See. Steine, eingefallene Mauern und doch noch zu erkennen: Die Ausmaße des Ganzen. Daneben und mitten drin Ruinen eines mittelalterlichen islamischen Palastes, dessen Säulen noch im Ansatz zu sehen sind. Ein Belvedere vielleicht, zwischen dessen ehemaligen Wandaussparungen wir stehen und in das Tal darunter sehen. Ein Jagdpalast, es ist vorstellbar, wenn man dort oben steht und alles zu überblicken vermag. 
Auch Persepolis ist eine Ruine, nur besser erhalten. Stufen aus Stein, an deren Wänden die Soldaten des Heeres der 10.000 Wache halten. Aber auch die Provinzen des damaligen Reiches werden dargestellt. Sie kommen mit Geschenken, denn in Persepolis wurde Neujahr gefeiert. Hochgewachsene Säulen stehen alleine dar, trotzen der Zeit, während über dem Palastkomplex ein Relief in den Fels gehauen thront. 
Besondere Highlights unserer Reise sind die Orte, die wir eigentlich erst erreichen, wenn es schon zu spät ist. Wenn also die Sonne sich bereits verabschiedet, der Himmel düster wird und die Architektur sich aus der Dunkelheit nur mithilfe von Spots schält. So in Sultanyia, ein ilkhanidisches Monument, in dem wir erkennen, dass manche Dekorationen nicht nur abstrakte, geometrische Muster bilden, sondern tatsächlich Schrift und Worte. Wo wir eine steile Treppe hinauf steigen, um von dort über die Stadt zu sehen, während der Sonnenuntergang alles in oranges Licht taucht. 
Oder aber Tschoga Zanbil, eine Ziggurat aus der Zeit Mesopotamiens, welches wir erst Nachts erreichen. Es ist ein Umweg nötig, die Busfahrt zieht sich in die Länge, wir schlafen oder fragen uns, wohin es geht. Doch all das Sitzen und Warten ist entschädigt in dem Moment, in dem wir die Ziggurat sehen. Beleuchtet durch Spotlights, ein enormes Gebäude, dessen steile, helle Wände trotzig in die Nacht ragen. Wir sind alleine auf dem Berg, nur unsere Gruppe, die im Angesicht der Steine aus der Zeit 1300 v. Chr. nur staunen kann, dem Wind und dem Sand zum Trotz. 
Unser Weg führt uns an der Grenze zum Irak entlang, über Kermanshah und Shushtar bis nach Shiraz und schließlich nach Yazd. Wir spüren die klimatischen Veränderungen, aber auch die Unterschiede in den Städten, die wir passieren. Unsere Gruppe ist ein Magnet der Aufmerksamkeit. Doch die Aufmerksamkeit ist keineswegs unangenehm - im Gegenteil. Ausschließlich freundlich und interessiert begegnen uns die Menschen, auf die wir treffen. Sie lassen uns Teil haben an ihrer Geschichte, ihren Erfahrungen und ihrem Leben. Selbst ein französischer Chanson gesungen auf einem Gehweg, inmitten des Gedränges, von einem iranischen Lehrer ist Teil dieser Erfahrung. 
Ab Isfahan werden unsere Busfahrten kürzer, dafür die Aufenthalte in den Städten länger. Kashan ist noch auf unserer Liste und dann geht es auch wieder zurück nach Teheran. 
Was haben wir gesehen und gelernt? Wir begannen beim Nationalmuseum und sprachen über iranische Kunstgeschichte und den Stellenwert der iranischen Kunst und Architektur im eigenen Land, den Historismus. Wir betraten alte Ruinen. Lernten über die vorislamische Zeit, ihre Tempel, Götter und Könige mit ihren monumentalen Felsreliefs. 
Danach sahen wir Moscheen und ihre verschiedenen, teils feingliedrigen, teils komplexen und ausgefeilten Dekorationen. Seien sie aus Stuck, Backstein oder Mosaik. Wir lernten die Monumente anhand der Dekoration zu datieren und ihre manchmal nur sehr kleinen Unterschiede in der Farbgebung wertzuschätzen und zu erkennen. 
Wir hinterfragten den Bau von Minaretten, wägten Nutzen und Bedeutung ab. Sahen Windtürme, die der Hausarchitektur entstammen, Moscheen schmücken, wie an der Moschee-Madrasa Aqa Borzog in Kaschan, um 1840, und setzten uns mit den verschiedenen Gewölbeformen auseinander. Seien es die Tonnengewölbe in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, von rund bis spitz, oder die Muqarnas-Gewölbe, die mit der Zeit immer aufwändiger wurden. 
In diesem Kontext sind auch die Inschriften und Inschriftenbänder hervorzuheben, die Iwane und ganze Hoffassaden schmücken, aber auch Bögen und die Mihrab zieren. Ein besonders gutes Beispiel hierfür ist die bereits erwähnte Haydariye Madrase, in der sich Inschrift und Blumendekor so verzahnen, dass sie ein kompliziertes, aber einnehmendes Gebilde um die Mihrab formen, gerade so, als entspränge sie aus der Kuppel, würde aus den Blumen und der Schrift wachsen. 
Erwähnenswert sind die grünen Oasen, die inmitten der trockenen Wüstenlandschaft blühen und, umfangen von Mauern, ein kleines Paradies hüten. Ehemals wurde Wasser durch einen Qanat, einen unterirdischen Schacht, von einer Quelle in den Bergen, bis in die Stadt gebracht. Zu allererst versorgte es den Garten, erst dann erhielten die restlichen Stadtbewohner Zugriff auf das Wasser. Der Garten schmückte sich mit Pinien, um Schatten zu spenden, unter denen man flanieren konnte und heute noch kann. Aber auch mit Fruchtbäumen und Blumen, die einluden zu verweilen. Axial sind die meisten Gärten aufgebaut. In ihrer Mitte ein Becken mit Wasser samt Wasserspielen. Am Ende der Längsachse, wie im Bagh-i Daulatabad in Yazd, ein Gartenpavillon mit zwei Stockwerken, von dem aus der Garten zu überblicken ist. In seinem Inneren ein Wasserbecken, darüber ein Windturm, der für Durchzug und Abkühlung sorgt.  
Wir widmeten uns auch der gegenständlichen Malerei, gerade die des 17. Jahrhunderts. So zu sehen zum Beispiel in Alī Qāpū in Isfahan. Dort sitzen und liegen im Musikzimmer an den Wänden der Nischen und im Innenraum Einzelfiguren, aber auch Liebespaare. Sie orientieren sich an der Miniaturmalerei, doch lassen sich europäische Einflüsse im Hintergrund erkennen. 
Der Einfluss europäischer Kunst in der iranischen Malerei lässt sich noch besser in Chihil Sutun, ebenfalls in Isfahan, beobachten. So gibt es in der Audienzhalle Bilder, die das höfische Leben porträtieren. In den Gewändern der Figuren, der versuchten Zentralperspektive, der Komposition im Allgemeinen und der Modellierung der Körper durch Hell-Dunkel Kontraste lassen sich die Einflüsse festmachen.
Am Ende führte uns der Weg wieder zurück an den Anfang. Hin zum Nationalmuseum und dem modernen Teheran. Wir gingen weit zurück, kamen über die Feuertempel und Moscheen bis hierher, in die Banken- und Regierungsviertel der Hauptstadt, in der wir so vieles wieder erkennen. Vor allem Persepolis begegnet uns in modernisiertem Gewand am Justizpalast und andernorts erneut. 
Auf dieser Reise haben wir viel gelernt. Nicht nur über die Kunst im Iran, sondern auch über das Land und seine Leute. Unsere Sorgen wurden zerstreut. Viele Bilder, die wir zu diesem Land hatten, stellten sich als unwahr heraus und wir konnten sie mit so viel positiveren Eindrücken überschreiben. Es war eindeutig eine Reise wert - wahrscheinlich auch eine zweite! 






Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension zu „Phönixakademie - Der Rekrut“ von I. Reen Bow

Nicht ganz so spannend, wie der letzte Teil, doch eine gute Weiterführung der Ereignisse. 


Aves kommt verstärkt vor. Er ist auf dem Weg, Clode zu treffen und die wenigen Überlebenden des Unglücks nach Tirias zu bringen. Doch er will zurück zur Akademie, denn nun ist auch ihm klar, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zu geht. 

Robin befindet sich noch in Tirias, wartet mit Frederik und Chest darauf, endlich ihre Eltern treffen zu können. Doch sie weilt schon sehr lange an einem Ort und das ist ihr noch nie gut bekommen.

Annie freut sich, Clodes Mutter treffen zu dürfen. Immerhin leitet sie eine große Hilfsorganisation. Doch das erste Gespräch fällt ernüchternd aus. Dafür lernt das Mädchen, dass sie seit dem Angriff auf das Krankenhaus in Loro viel stärker geworden ist - aber auch, dass ihre neue Stärke ihr Feinde bringen kann.

Ein paar Kapitel sind dem Feuerwehrleiter Hornelius gewidmet. Er war mit Lion befreundet, vermisst den vereisten Jungen. Er tritt als sympathischer und kluger junger Mann auf, auf den man sich richtig zu freuen beginnt. 

Neue Entwicklungen machen richtig Lust auf den nächsten Teil. Was hat der Akademieleiter noch geplant? Was wird Jenny Bish noch alles tun müssen? Und wie wird das Treffen zwischen Robin und ihren Eltern ausfallen? 


Es ist Teil 9 und langsam wird der Ton der Reihe düsterer. Es geht nicht mehr um eine Gruppe junger Menschen, die einfach eine Schule besuchen. Es geht um das Wohl der Welt, um verzwickte Machenschaften, die Frage, wer Feind und Freund ist, und das Leben vieler Menschen. Noch eines wird nach diesem Teil deutlich: Der Tod ist den Figuren sehr nahe. 

Gesamt sieht das so aus: 


Montag, 5. Dezember 2016

Rezension zu „Die Dreizehnte Fee“ von Julia Adrian

Wortgewaltig - mit diesem einen Wort ist schon viel gesagt zu der Märchen-Trilogie der Autorin. 


Aus der Ich-Erzählung schildert Lillith, die gefürchtete dreizehnte Fee, die Königin der Feen, die heute Hexen heißen, ihren Weg von ihrem Erwachen aus dem Dornröschenschlaf. Sie reist an der Seite des Hexenjägers. Er will sie töten, doch nicht jetzt, erst soll sie ihm helfen, ihre zwölf Schwestern zu töten. Und das entspricht ganz ihrem Wunsch, denn sie sinnt nach Rache. Tausend Jahre verbargen ihre Schwestern sie im Turm inmitten des Waldes, stahlen ihre Magie und versuchten sie zu töten. Doch nun ist die Königin zurück - es gibt nur ein Problem! Lillith ist menschlich, so viel menschlicher, als sie es vor ihrem Schlaf für lange Zeit gewesen war. 

Ein großes Geheimnis umgibt die Geschichte. Da sind die Fäden, die das Orakel spinnt. Da ist der Hexenjäger, mit seiner Mission. Und der Mogul und die anderen Schwestern, von denen jede für die eine oder andere Seite handeln. Die Uhren Ticken. Ein Uhrenmacher hilft, ohne Lillith die Entscheidung abzunehmen. 
Am Ende muss sie erkennen, wer sie war, und entscheiden, wer sie fortan sein will. Rache oder Vergebung? Und immer hängt die Frage in der Luft: Gibt es die Liebe für sie, die Fee, die doch nicht lieben kann? 

Der Schreibstil der Autorin ist gewaltig. Poetisch entfaltet sich die Geschichte um die Märchen, die wir kennen - nur jetzt mit einem düsteren Touch. Die Schwanenprinzessin, Hänsel und Gretel und viele mehr - eingearbeitet in eine wunderbare Geschichte über eine Heldin, die das Monster in ihrer eigenen Geschichte ist. Oder?

Ich habe die Trilogie in einem Rutsch gelesen, konnte mich gar nicht davon losreißen. Die Sprache zauberte die Bilder in meinen Kopf und brachte mir diese vielen Charaktere nahe, deren Geschichten ich gerne und gespannt verfolgte. Die gesamte Story ist wohl überlegt, die einzelnen Stränge ziehen sich durch die Szenen und knüpfen sich zum Schluss zu einem runden, gut gemachten Ende zusammen. 

Fazit: Nicht nur für Märchen-Fans, auch Fantasy-LeserInnen und Romance-EnthusiastenInnen kommen hier voll auf ihre Kosten. 

Achtung: Ihr werdet euch verlieben! 

Gesamt sieht es so aus:




Sonntag, 27. November 2016

Montagsfrage

Besser spät als nie, die Montagsfrage von Buchfresserchen von letzter Woche, bevor Morgen die neue kommt :D 


Welcher/s Aspekt/Element deines zuletzt gelesenen Buches gefiel dir besonders gut?

Mein letztes Buch war "Die 13 Fee" von Julia Adrian. Mal sehen, was hat mir besonders gut gefallen?

Das ist wirklich schwer bei diesem Buch.
Der Schreibstil war gewaltig, besonders und irgendwie mit einem Touch Poesie. 
Dann eine Heldin, wie sie nicht so oft vorkommt, und die Einbettung verschiedener Märchen, ohne sie zu offensichtlich zu nennen. 
Ich könnte jetzt weiter schwärmen, aber diese Aspekte waren schon echt toll und machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.  

Wölkchens Freitagsfragen

Ich melde mich zurück! - Oder so :D 

Nach etwas längerer Pause mache ich wieder bei Wölkchens Freitagsfragen mit - und sie sind mal wieder richtig gut! 



Bücher-Frage

Könntest du dir vorstellen selbst Autor/in zu sein oder schreibst du sogar selber Bücher?

Ich schreibe tatsächlich selber und kann es mir daher auch gut vorstellen. ;) 


Private Frage

Bei welchem Film musst du immer weinen?


Eigentlich bei keinem xD 
Ich weine manchmal bei Büchern, aber nie bei Filmen. Es wird allerdings knapp, wenn es einem Tier schlecht geht, dann sammeln sich vielleicht mal Tränen, aber sie kullern nicht über meine Wangen. 

Mittwoch, 23. November 2016

Rezension zu „Der Ameisenhaufen“ von Vera Russwurm

Ein wenig ist es so, als würde man das Skript zu einer Show lesen. Kurze Einblicke in die Welten der verschiedenen Figuren, in knapper, aber präziser Sprache beschrieben - kein Geschnörkel, eher im journalistischen Stil. 


Was geschieht?
Bei „MasterTV Österreich“, dessen Mutterkonzern in den USA lokalisiert ist, ist eine Show geplant, die sich „Der Ameisenhaufen“ nennt. In dieser Show sollen 50 Kindergartenkinder von je einem Erwachsenen gebändigt werden, damit sie drei Aufgaben lösen können. Es gibt insgesamt 5 Teilnehmer, die nur dann ins Finale vorrücken, wenn sie wenigstens zwei Aufgaben erfolgreich schaffen und sie von den Kindern genug „Daumen nach oben“ bekommen. Am Ende, für den einen Sieger, warten 1 Millionen Euro. 

Doch gleich zu beginn wird der Geldkoffer gestohlen. Alles ist in Aufruhr! Wie soll man ohne das Preisgeld die Show ausrichten? Ein enormer Medienrummel entsteht rund um den Sender, dessen Leiter, den alle nur „Herrschler“ nennen und die Show selbst. 

Am Ende sollen 5 hausinterne Mitarbeiter als Kandidaten fungieren, während sie nach wie vor ihrer Arbeit dort nachgehen. Und während unter den Reihen der Mitarbeiter der Dieb gesucht wird. 

In diesem Chaos begleitet man als Leser einige ausgewählte Personen, deren Privatleben sich verstricken, die ihren Ballast mit sich tragen und ganz eigene Sichtweisen und Motivationen in diese Geschichte bringen. 

Die Geschichte ist schnell zu lesen. Es geht rasant voran, doch dadurch baut man vielleicht auch eine nicht allzu starke Beziehung zu den ProtagonistenInnen auf. Da es aber eher um das Mediengeschäft im Ganzen geht, seinen Verzweigungen und Machenschaften, den Intrigen und vorgetäuschten Tatsachen, dann passt der Stil und die Figuren perfekt in diese Story. 

Das Buch gibt einen guten Einblick in die Medienwelt, vielleicht überzeichnet, wahrscheinlich oft ehrlich. Auf alle Fälle amüsant und unterhaltsam. 


Gesamt sieht das so aus: 


Veröffentlichung

Es ist wieder soweit: Ein Monat ist um und der zweite Teil von "Im Zeichen des Lotus" hat das Licht der Welt erblickt!


Ich fühle mich wie eine stolze Mama, nur dass ich mein Baby vor der Geburt gemaßregelt und erzogen habe xD 

*tüdelüüüüü* 

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Dienstag, 22. November 2016

Rezension zu „Phönixakademie - Renaissance“ von I. Reen Bow

Nachdem wir im letzten Funken Jenny Bish kennenlernen durften, eine Ahnung von dem Schrecken bekamen, den sie erfuhr und den sie auslösen kann, geht es im 8. Funke gleich mit einer neuen Figur weiter. 


Clode traf auf Robin, als sie mit Chest Turbulent und den anderen Kindern vom Schrottplatz unterwegs war. Seine Schwester ist an der Akademie und sogar Teil der Feuerloge. Durch Annies Augen trat das Mädchen mit den feuerroten Haaren sogar schon auf, doch nun erzählt sie uns, wie es in der Akademie weiter geht. 

Aves spielt ebenfalls eine große Rolle. Er ist jetzt Schülersprecher und muss damit zurecht kommen, dass sowohl seine Ex-Freundin, als auch Berry auf Abstand zu ihm gehen. Doch jetzt kommt etwas Großes auf ihn zu. *murmel* Spoiler *murmel* Auf alle Fälle musste ich das erste Mal in dieser Serie ein Taschentuch zücken!

Auch Robin trifft man erneut an. Sie wartet zusammen mit Frederik und Annie zusammen bei den Schrottplatz-Kids darauf, dass sie endlich ihre richtige Mutter treffen darf. Es erwartet eine echte Überraschung, die es in sich hat. 


Dieser Funke hat alles, was es braucht, um gleich wieder in der Geschichte zu sein, mitzufiebern und sich zu wünschen, schon den nächsten Band in Händen zu halten.

Gesamt sieht das so aus: