Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension zu „Rebel of the Sands“ von Alwyn Hamilton


„Being born doesn’t make a single soul important. But you were important when I met you, that girl who dressed as a boy, who taught herself to shoot true, who dreamed and saved and wanted so badly.“ 


Man stelle sich vor: Tausend und eine Nacht plus Revolverhelden plus Märchen plus Rebellion plus Liebe. Was das ergibt? Eine richtig gute, spannende Story, die Fantasy-Herzen höher schlagen lässt, aber selbst für Fantasy-Urlauber etwas sein kann, denn die magische Seite ist bei weitem nicht so prominent. 

Um was geht es? Die im Zitat so wunderbar beschriebene Figur ist Amani, eine Waise, die bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Dustwalk aufwächst. Sie hat mehrere Cousinen und Cousins und das Haus wird ihr langsam zu klein, doch auch das Dorf scheint sich um sie zu schließen. Darum übt sie mit den Revolvern, darum lernt sie schießen, denn sie träumt von der Großstadt, in der irgendwo die Schwester ihrer Mutter sein soll. Doch dann erfährt sie von den Plänen ihres Onkels, er wolle sie ehelichen und das kann sie nicht zulassen. Also muss sie handeln und als sie es tut, gerät sie zwischen die Fronten von Königstreuen und Rebellen und schlittert direkt in eine dieser Geschichten, die sie für bloße Fantasie hielt, längst vergangen, nicht mehr lebendig. 


Geschickt werden hier verschiedene Themen zu einem richtigen Abenteuer verwoben, in der nicht nur Fragen nach Freiheit und dem eigenen Selbst gestellt werden, sondern auch nach Familie, Treue und was man bereit ist zu geben, für seinen Traum, für die Liebe. Jede Seite liest sich schneller und schneller. Die Dialoge sind aufschlussreich und witzig, die Umgebung so detailliert beschrieben, dass man sie als LeserIn vor Augen hat. Fast scheint es, als könnte man die sandige Luft atmen, die Hitze spüren. 


Daher das Fazit: Spannender Auftakt einer vielschichtigen Geschichte, die wirklich Spaß macht und Lust auf Mehr. 

Montag, 24. Juli 2017

Rezension zu „Prince of Thorns“ von Mark Lawrence

„There is no evil, Makin,’ I said. ‚There’s the love of things, power, comfort, sex, and there’s what men are willing to do to satisfy those lusts.‘“ 


Ein Prinz, der seine Mutter und seinen Bruder sterben sah. Ein König, der lieber Handel mit dem Feind treibt, als diesen Mord zu rächen. Und eine Gruppe Verbrecher, die bald einen Jungen von zehn Jahren zu sich zählen dürfen, der gnadenloser und scharfsinniger ist, als die meisten von ihnen. 

„You soon learn there’s no elegance or dignity in death if you spend time in the castle kitchens. You learn how ugly it is, and how good it tastes.“ 

Die Geschichte wird von Jorg, dem Prinzen, erzählt. Man schreitet mit ihm fort, in dieser dunklen Welt, die wohl einmal unsere war - zumindest existieren die griechischen Philosophen und Nietzsche - und in der nun Könige, Magier und Wesen in der Nacht herrschen. Doch er fürchtet sie alle nicht, denn er hat nur ein Ziel: Rache! Oder doch nicht? Denn da ist mehr, da ist etwas falsch und bald muss sich Jorg mit seiner Vergangenheit, verdrängten Erinnerungen und seinem Vater auseinander setzen. 
Der Ton ist dunkel und düster, brutal und trocken und kalt - sie passt perfekt zu dem Jungen und dieser Welt. Ich selbst empfand diesen Ton als sehr erfrischend und interessant. Mir gefiel diese grausame Geschichte, der harte Umgangston zwischen den Verbrechern, die Ehrlichkeit, mit der manche Dinge dieser Welt angesehen wurden. 

Gekonnt werden LeserInnen in eine düstere Story voller Kämpfe, Geister und Ränkespiele gezogen, bis die Seiten nur noch so vorbei fliegen und man unbedingt wissen will, wie es weiter geht. 

Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension zu „Wintermädchen“ von Laurie Halse Anderson

Eindringlich, beinahe poetisch und mit einem ganz eigenen, interessanten Stil wird hier die Geschichte von Lia erzählt.


Der kranken Lia. Der Lia, die ihre ehemalige, beste Freundin verloren hat. Der Lia, die verbissen Kalorien zählt und immer dünner werden will, bis sie zu einem Geistermädchen wird, halb lebend, doch auch schon halb tot. 

Aus der Perspektive der Protagonistin Lia bekommt man ihr Leben geschildert. Ihre dunkelsten Gedanken, ihre Beweggründe - alles wird offen gelegt. Wie sie gegen ihre eigenen Bedürfnisse angeht, sich quält und mit Schmerz umgeht. Aber es ist auch eine Geschichte über eine Familie, das Schweigen und natürlich das Selbstbild. 
Es geschieht nur wenig in dem Buch, das meiste geht in der jungen Frau selbst vor, trotzdem konnte ich es nicht aus der Hand legen und habe das Buch an einem Tag beendet.

Mir haben die absichtlich, durchgestrichenen Texte gefallen, die Kalorienangaben in Klammern, der bissige, traurige Ton und die gesamte Stimmung des Buches. Mal möchte man Lia anschreien, mal hat man einen Kloß im Hals, mal jubelt man ihr zu. Es ist alles dabei. 


Ohne viel spoilern zu wollen, daher mein Fazit: Lest diese ungewöhnliche, schöne und schaurige Geschichte. Taucht hinab in diese Tiefen, folgt Lia auf ihrem Weg und genießt diesen tollen, stimmungsvollen Schreibstil. 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Rezension zu „Fehjan - Verbundene Seelen“ von Isabell Schmitt-Egner

Jaron lebt in einem Dorf, fern ab der Gräuel seiner Welt. Nur dass man sich nicht auf ewig verstecken kann und das Schicksal sich nicht aufhalten lässt - oder? 

Die Autorin erschafft hier eine mittelalterlich angehauchte Welt, in der die Menschen sich vor Wesen der Nacht und des Wassers in Acht nehmen müssen. Magie ist präsent und gefährlich. Diese Wesen treten ebenso plastisch zutage, wie die Menschen dieser Geschichte und überzeugen durch ihre fantasievolle Gestaltung. Der Schreibstil ist plastisch. Er entfaltet sich langsam und beschreibt sehr genau Handlung und Umgebung. Dabei ist er aber auch gut zu lesen und hat keine unangenehmen Längen. 

Die Geschichte bietet dazu alles, was man sich wünschen kann: Einen Bösewicht, an den mehr dran ist. Irrungen und Wirrungen, Geheimnisse, Liebe, Freundschaft, Kämpfe, Flucht und Szenen, die zum Lachen, aber auch zum Weinen einladen. 

Und eine Anmerkung von jemanden, der bei Liebesbeziehungen immer grundsätzlich erst mal den imaginären Rotstift zückt: Es funktioniert ohne Klischees und Drama, es ist einfach wunderschön, nachvollziehbar und hat sogar mich gelackt und mitfiebern lassen!


Da alles andere ab jetzt Spoiler wäre, sage ich nur noch eins: Wenn ihr Fantasy mögt, dann lest dieses Buch, es ist toll! 

Montag, 3. Juli 2017

Rezension zu „Requia - Die Heimkehr“ von Olivia Mae

Noch nie ist es mir so einfach gefallen, ein Buch mit nur einem Wort zu beschreiben. Episch, das trifft es am besten, das ist dieses eine Wort, das mir immer und immer wieder während des Lesens durch den Kopf gegangen ist.


Unsere Welt. Zwei weitere Planeten, die wie die zwei Seiten einer Medaille sind, die eine dunkel, die andere hell. Völker, jedes für sich fantastisch. Diverse Figuren, jede mit einem so eigenen Charakter und ihren Macken, dass sie sofort plastisch hervor treten. Dazu die Welten, die Städte und Dörfer, die regelrecht zum Anfassen scheinen.

Ich muss zugeben, am Anfang war ich verwirrt. Namen und Bezeichnungen, alles neu und zunächst etwas viel. Dazu Zeitsprünge. Weltensprünge! Doch das macht nichts, denn es legt sich und der Aha-Moment danach ist fantastisch. Alles ist fantastisch. Jaja, das ist Lobhudelei, aber verdient!





Den Inhalt will ich gar nicht zusammen fassen, da passiert zu viel und jede Zusammenfassung würde dem Buch ja doch nicht gerecht, daher sage ich euch, was ist gut: Der Schreibstil liest sich leicht und locker. Die Welten machen Spaß, verzaubern und können auch gruselig und grausam sein. Die Figuren kommen mit einem Haufen eigener Charakterzüge. Es gibt Action, Intrigen, Liebe, Hass und noch vieles mehr. 

Daher: Leseempfehlung! Lest es und werdet Fan - viel anderes bleibt euch nicht übrig :P 




Donnerstag, 29. Juni 2017

Rezension zu „Die Endlichkeit des Augenblicks“ vom Jessica Koch

Selten hat mich ein Buch so berührt, wie „Dem Horizont so nah“, daher war es ganz klar für mich, dass ich auch dieses Buch lesen musste. Keine Autorin hatte es bisher geschafft, so unglaublich echte und emotional komplexe Figuren zu schaffen, die einen von der ersten Seite an ans Herz wachsen. 


In „Die Endlichkeit des Augenblicks“ lernt man Basti, Josh und Sam kennen. Der eine sitzt im Rollstuhl, der andere ist Depressiv und sie leidet an Verlustängsten - so könnte man die drei ProtagonistenInnen beschreiben und hätte damit nur die Oberfläche angekratzt. Denn da steckt noch soviel mehr dahinter. Woher nimmt Basti seine Lebensfreude? Was treibt Sam an? Und welche Dämonen jagen Josh, dass er sein Leben am liebsten aufgeben würde?

Auf Grundlage einer eigentlich einfachen Liebesgeschichte - Junge trifft Mädchen und verliebt sich in sie - werden hier komplexe, psychische Vorgänge näher beleuchtet. Warum sind wir, wie wir sind? Und was tun wir, um andere zu beschützen?

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Wie auch zuvor und nicht anders zu erwarten, waren auch hier die Informationen recherchiert und tragen zu diesem realistischen, greifbaren Feeling bei. 

Bis 60% des Buches habe ich es verschlungen. Ich konnte mich nicht davon losreißen und die Seiten flogen nur so dahin. Doch dann - und deswegen kann ich dem Buch nur drei Sterne geben - wird es kitschig. Ich kam mir vor, als würde ich eine Tele Novela lesen. Die Handlung wird etwas vorhersehbar. Die Reaktionen auch. Die Dialoge sind so gewollt bedeutungsschwanger und dramatisch, dass ich sie teilweise überspringen musste. Sams Reaktion ist überzogen, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie das machen würde - Unsicherheit hin oder her. Dazu kommen dann, zumindest für mich, zu religiös und spirituell angehauchte Szenen und das Ende hätte Hollywood alle Ehre gemacht. 



Vielleicht gehe ich zu hart mit dem Buch um, weil „Dem Horizont so nah“ eines meiner Lesehighlights war. Vielleicht hatte ich zu große Erwartungen. Ich sage auch nicht, dass es ein schlechtes Buch ist. Es ist lesenswert. Es wird für einige Stunden fesseln und an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken anregen. Es ist eben solide, nicht spitzenmäßig und nicht schlecht - eben in der Mitte. 

Montag, 26. Juni 2017

Rezension zu „King's Cage“ von Victoria Aveyard

In manchen Rezensionen zum zweiten Teil konnte man heraus lesen, dass er etwas ermüdend war. Zwar fand ich ihn gut, doch auch ich empfand ihn zwischenzeitlich als sehr ziehend. Band 3 ist anders - ganz anders!


Mare ist bei Maven Calore. Sie hat ihr Leben für das ihrer Freunde getauscht und kein Kampf, keine Schlacht ist so furchtbar, so grausam, wie das, was sie nun durchleben muss. Ein langsamer, schmerzhafter Tod, der an ihr zehrt und Wunden in ihren Geist reißt. Gleichzeitig erfährt man Dinge über den kleinen, verrückten König, die einen staunend zurück lassen und Sympathie für ein Monster erwecken, das man nur verurteilen will. Doch was die Autorin bisher stets wunderbar schaffte, schafft sie auch jetzt: Die Welt ist nicht schwarz-weiß, oder in diesem Fall silber-rot, sondern viel mehr und viel komplexer, als es den einen Bösen und die eine Gute geben kann. Das macht die Figuren dieser Reihe so lebendig und echt. 

Neben Maven und seinem Bruder spielen viele weitere Parteien eine Rolle. Die ominöse Spitze der Rebellen zeigt sich endlich. Die Welt wird noch etwas größer und neue Länder werden bereist. Dazu kommen Ränkespiele, die nicht nur ein Land oder einen Palast umfassen, sondern alles. 

Neue Könige, frische Kronen, die durch Blut erobert wurden. Intrigen, Allianzen - Feinde und Freunde, die die Rollen tauschen. Alles dabei, so kann einem nicht langweilig werden.

Was mir besonders gut gefallen hat: Nicht nur aus Mares Sicht wird erzählt, sondern einige Kapitel lang auch aus Camerons und, mein Highlight, auch aus Evangelines. Das bringt neue Perspektiven in diese doch sehr komplexe Story. 


Jetzt heißt es, auf Band 4 warten! 

Donnerstag, 22. Juni 2017

Zweite Chancen?

Letzten Monat las ich "Nemesis" - das Buch aus dem Drachenmond Verlag vegetierte bereits seit einiger Zeit auf meinem eBook Reader und schaute mich mit seinem tollen Cover ganz traurig an. "Lies mich!", schrie es und welcher Unmensch würde auf so ein Flehen nicht reagieren? Außerdem war da ja noch seine Schwester "Falkenmädchen", das sich gleich mit einreihte und in den Chor mit einstieg. 


Also zuerst an das Buch über die coole Gamerin - und hinein in eine Enttäuschung, die ich dieses Jahr noch nicht erleben musste. So eine tolle Idee! So ein angenehmer Schreibstil! Aber der Rest? Nein, Sir, nicht das meine, kein bisschen. Ich kam also nicht damit klar. (Die genauen Gründe könnt ihr hier lesen > Nemesis ⭐⭐) 

Was also tun? Da wartete ja noch das andere Buch auf mich - von der selben Autorin. Im ersten Moment dachte ich: Ugh, darauf habe ich ja gar keine Lust, bestimmt ist es wieder eine Enttäuschung! 

Dann kam aber das ABER
ABER mir gefällt der Schreibstil
ABER die Geschichte klingt wieder einmal gut
ABER es ist diesmal vielleicht ganz anders

Ich konnte mich schließlich überzeugen, das Buch doch noch zu lesen - und wurde nicht enttäuscht! Der Schreibstil war gut, wie erhofft. Die Story funktionierte, ich kam mit dem Buch klar! (Genauere Einschätzung findet ihr hier > Falkenmädchen ⭐⭐⭐⭐)

Mir ist mittlerweile klar geworden, dass ich wahrscheinlich nicht mein Lieblingsbuch bei dieser Autorin finden werde, aber das muss auch nicht sein, um die Geschichte trotzdem zu mögen und genießen zu können. Doch hätte ich nach "Nemesis" aufgegeben, hätte ich sie vollkommen abgeschrieben und wahrscheinlich nie wieder ein Buch von ihr angerührt - Asuka Lionera wäre damit auf meine (nicht vorhandene) No-Go-Liste für Bücher und AutorenInnen gelandet und das vollkommen unverdient! 

Daher meine Frage an euch:
Wie haltet ihr es?
Was macht ihr mit einem/r AutorIn, wenn euch ein Buch nicht gefällt?
Vergebt ihr zweite Chancen? 

Dienstag, 20. Juni 2017

Rezension zu „Falkenmädchen" von Asuka Lionera

Als Vorläufer zu Divinitas oder alleine - das Buch funktioniert.


Miranda wird in ihrem Dorf das Mondscheinmädchen genannt, später trägt sie noch andere Namen, wie Falkenmädchen oder Bauernkönigin. 
Sie ist eine junge Frau, die stark und gütig ist, obwohl das Leben es ihr nicht leicht macht und als ihr auch noch der Vater genommen wird, da verliert sie einfach alles. Ihren letzten Halt, denn der Rest der Familie ist ihr eigentlich fremd. 
Rache ist das einzige, das sie noch antreibt, nur dass sie auf ihrer Reise mehr bekommt, als diese. Denn es warten Antworten und Liebe, aber auch große Aufgaben und Prüfungen auf sie.



Die Schreibweise ist angenehm und die Figuren mit ihren ganz eigenen Gefühlen und Beweggründen kommen plastisch und überzeugend rüber. 
Die Geschichte ist logisch aufgebaut, die Konsequenzen folgen auf die Handlung und werden nicht ausgeklammert, auch wenn dadurch aus Guten Böse und aus Lebenden Tote werden. 

Was den Beginn bzw. die erste Hälfte des Buches etwas langwierig gemacht hat, war der unglaubliche Raum, der der Geschichte gegeben wurde, die durch den Klappentext bereits aber bekannt war. Erst bei 40% des eBooks kommt man dort an, wo der Klappentext aufhört. Miranda als Falke - die große Enthüllung, der Falknerjunge *Achtung Spoiler* ist der Prinz, kommt da nicht überraschend, denn der Klappentext verrät soviel bereits und die ganze Mühe, an dieser Stelle Spannung aufzubauen, um ein Geheimnis zu lüften, das längst keines mehr ist, ging zumindest an mir verloren. 


Schade, denn es gab genug andere, spannende Szenen, die dadurch gut und gerne mehr Seiten in Anspruch hätten nehmen können. 
Eines muss noch gesagt werden: Ich bin kein absoluter Fan von Romantsy, sie muss gut gemacht sein - hier hat es funktioniert. Ich konnte die Gefühle nachvollziehen und trotz der manchmal auftretenden Nähe zum "Kitsch", hat es mir gut gefallen.  

Samstag, 17. Juni 2017

Rezension zu „Prepper" von Felix A. Münter

"Was war Menschlichkeit? Was bedeutete dieses kleine Wort, wenn es Individuen gab, die weder über Anstand noch Moral verfügten? Die sich ihren abscheulichen Trieben hingegeben hatten und glaubten, über allen Bewohnern dieser Welt zu stehen?"


Alles beginnt mit einer zufälligen Begegnung. Doran findet mit seiner Bulldogge Churchill einen anderen Loner, der im Sturm einen Abhang hinab fiel und im Sterben liegt. Um ihn nicht alleine zu lassen, sieht er ihm beim Sterben zu und begräbt ihn anschließend. Doch der Verletzte hatte noch etwas Interessantes zu berichten, hielt in den Händen einen Beweis für etwas, das Doran bereits als Märchen abgetan hatte: Die Prepper. Menschen, die das aufkommende Chaos vorhergesehen und sich darauf vorbereitet hatten. Menschen, die irgendwo ein Lager besaßen, voller Lebensmittel und Ressourcen. Früher, als Kind, wollte Doran sie immer finden, und nun, Jahre später, bekommt er nicht nur einen Hinweis, nein ein ganzes Buch und eine Karte!

Damit beginnt eine abenteuerliche Schnitzeljagd. Hinweisen muss gefolgt werden. Schlachten geschlagen. Zwar treffen Doran und Churchill auf Verbündete, doch noch ganz andere Gesellen sind in dieser Welt unterwegs, brutal vorgehend gegen jeden, der ihnen das Prepper-Lager streitig machen könnte. 

Können Doran und seine Begleiter das Prepper Lager finden? Und wie sieht dieser Traum in Wirklichkeit aus? 

Ein Protagonist mit einem treuen Hund, damit kann man schon nichts falsch machen - vor allem, wenn Herrchen und Hündchen diese Chemie aufweisen, wie hier. Dazu kommen noch weitere Gestalten, keiner davon ist ein Held, alle haben ihre Macken, aber das macht sie echt und greifbar und eine Freude, ihnen auf ihrem Weg zu folgen. 

Wer andere Bücher des Autors kennt, wird auch hier seinen üblichen trockenen sehr klaren Schreibstil zu lesen bekommen. Es ist eine herrliche Abwechslung und macht sehr viel Spaß, dazu passt er zu dieser wüsten Welt und den Figuren darin. 

Großes Highlight: Der Twist. Die Spannung wird aufgebaut. Man beginnt, etwas zu merken. Etwas ist da, etwas stimmt nicht. Und dann kommt - bämm! - diese Eröffnung, mit der man nicht gerechnet hat (zumindest ich nicht). Für mich der beste Teil des Buches.

Manko: Leider gibt es eine Sache, die ich bemängeln muss. Es zieht sich. Der Anfang ist spannend, das Ende ist mega spannend, aber dazwischen, trotz guter Dialoge und Voranschreiten der Story zieht es sich wie Honig aus dem Kühlschrank. Ich musste das Buch einige Male beiseite legen und etwas anderes lesen, bevor ich weiter gemacht habe. 

Samstag, 3. Juni 2017

Rezension zu „Heliosphere - Das dunkle Fragment“ von Andreas Suchanek

Es geht direkt in die Geschichte. Gleich hinein in ein wichtiges Gespräch, die Hintergrundinfos kommen in kleinen Häppchen, gut eingeflochten, sodass es weiterhin spannend bleibt. Ein großes, neues Schiff, ein junger Captain - klingt ein bisschen nach Star Trek, ist aber doch ganz anders. Spannend alle Mal. 


Ein Raumschiff, irgendwo gestrandet in den Weiten des Alls. Eine neue Crew und ein neues Raumschiff auf dem Weg zur Rettung. Wenn es so einfach wäre. Doch dazu kommen die Parliden, die einen fragilen Frieden mit den Menschen halten, so einfach zu brechen, und die Admiräle, die ihre Finger in der Auswahl der Crewmitglieder haben und Intrigen spinnen. Man füge dann noch ein geheimnisvolles Objekt hinzu, einen grausigen Fund und technische Probleme und tadaa! man hat ein spannendes Lesevergnügen.

Die Figuren sind gut herausgearbeitet, sie wirken plastisch in einer Welt, die sich gut bildlich vorstellen lässt. Sogar die Raumschiffe, die mit all ihrer Technik auftreten und dennoch klar bleiben. Die politischen Verstrickungen geben dem Ganzen eine besondere Würze und machen viel Laune auf die weiteren Teile. 









Mittwoch, 31. Mai 2017

Rezension zu „Nemesis“ von Asuka Lionera

Die Idee ist doch großartig: Eine Gamerin, ehrgeizig und zu allem bereit, gerät durch ein Spiel in eine andere Welt und sie soll auch noch eine auserwählte Hüterin sein! Drei Länder mit je einem Gott. Sie alle schlafen und müssen erweckt werden - durch einen/eine HüterIn und seine/ihre WächterInnen. Das verspricht Spannung und Abenteuer! 

Der Anfang hält das Versprechen. Eine junge Frau aus einer spießigen, reichen Familie, die nur ein Ziel kennt: Sie will an die Spitze der Gamerwelt und ist sich sicher, dass sie es kann. Denn sie ist ehrgeizig, selbstbewusst und zielstrebig. Und dann gerät sie in diese Welt, wird von der Göttin selbst empfangen und soll eine Hüterin sein. Eve glaubt kein Wort, hält das alles für ein Spiel - bis sie es nicht mehr tut und es ernst wird. 

Soweit, so gut. Nun muss ich leider auf die Punkte eingehen, die echte Minuspunkte in dieser Geschichte darstellen (immer mit dem Wissen, dass das allein meine Meinung ist und keine allgemeine Gültigkeit beansprucht): Eve ist leider eine sehr unsympathische Protagonistin. Der Witz mit ihrem Vibrator lutscht sich bald aus und leider ist sie doch keine starke Frau, zumindest merkt man es ihr bald nicht mehr an, wenn sie sabbernd ihre Wächter anschmachtet, wirkt sie eher wie ein vierzehnjähriger Teenager im Hormonrausch. Die ganze, beinahe erzwungene Dreiecksbeziehung am Beginn macht die Sache nicht besser und dazu kommt, dass es einige Längen gibt, die das Lesen nicht unbedingt leichter machen. Ohne zu spoilern, ich bin auch kein Fan von dem Ende. 

Damit fällt das Fazit leider eher schlecht aus, was sehr schade ist. Ich hatte mich sehr auf die Geschichte gefreut und kam leider gar nicht damit klar, trotz gutem Schreibstil und der neuen, interessanten Idee. 

Montag, 29. Mai 2017

Rezension zu „Der Menschenmacher“ von Cody McFadyen


Drei Kinder, aufgewachsen bei einem Psychopathen, herangezogen, um zum Übermenschen zu werden. Eine Organisation, die Kindern helfen will und hart gegen Kinderprostitution vorgeht - nicht immer legal. Ein Feind, der plötzlich auf den Plan tritt und ein undurchschaubares Spiel zu spielen scheint. Ein Spiel, dem man nicht entkommen kann, das sie spielen müssen, um zu bewahren, was sie lieben.

David, Allison und Charlie überlebten die Hölle. Das macht sie zu interessanten Figuren, deren Lebensweg fesseln könnten. Und das tun sie auch - zumindest die erste Hälfte des Buches lang. Vor allem auf David liegt der Fokus. Er bei seiner Mutter, wie sie in ärmlichen Verhältnissen leben, aber voller Liebe und Hoffnung. Umso stärker der Kontrast, als er zu Bob kommt. 
Über Allison und Charlie erfährt man weniger von ihrer Kindheit, dafür aber, wie sie sich entwickelt haben, nachdem sie ihren Ziehvater entkamen. Beide Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein, aber umso faszinierender ist es, darüber zu lesen.

Ihre Geschichten nehmen ziemlich die erste Hälfte des Buches ein, danach tritt der unbekannte Böse auf den Plan und danach könnte es eigentlich genauso spannend weiter gehen. Doch verschiedene Dinge stören den Lesefluss und haben zumindest bei mir verhindert, dass die Spannung bis zum Schluss bleibt: Viel zu oft wird die Erzählung durch Rückblenden unterbrochen. Rückblenden, die wohl manche Gefühle besser erklären sollten, doch an diesem Punkt einfach nur stören. Dazu sind das nicht kurze Einschübe, sondern ziehen sich teilweise über viele Seiten. Ein weiterer Störfaktor sind, gerade zum Schluss, die ewig langen Monologe, die beinahe einer Rückblende gleich kommen. Das ist mühsam und verleitet leider dazu, es einfach zu überspringen, um endlich zu erfahren, wie es aus geht. 

Fazit: Obwohl die Charaktere wahnsinnig interessant sind und die erste Hälfte vielversprechend ist, kann das Buch die Spannung nicht aufrecht erhalten und es ist sehr mühsam, um bis zum Schluss durch zu halten. 

Dienstag, 23. Mai 2017

Rezension zu „Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails“ von Sarah Bakewell

Auf dieses Buch habe ich schon sehr lange herbeigesehnt!
Es lag so lange auf meiner Wunschliste, dass ich es voller Erwartung aufgeschlagen habe und Angst hatte, ich würde enttäuscht werden - Fazit vor weg: Wurde ich nicht!


Auf herrlich einfache, malerische Art nimmt die Autorin den/die LeserIn mit nach Paris. Wir sitzen in einem Cafe und hier beginnt die Reise. 
Eine Reise nach Berlin und weiter nach Freiburg. Zu Husserl und Heidegger, weiter nach Paris und von dort irgendwann nach England und die USA. Die Geschichte spinnt sich wie eine gut geölte Maschine. Es wird so farbenfroh und lebendig erzählt, dass man nicht das Gefühl hat, bloße Theorie zu lesen. 

Hier geht es um Weltgeschichte, um die schrecklichste Zeit Europas, um Kriege, um das Aufbegehren von Unterdrückten, um den Kampf nach Freiheit, das Streben nach einer besseren Zukunft und dazwischen, alles umschließend und umwickelnd, als könnte es gar nicht anders sein, von der großen Philosophie dieser Zeit. Um Phänomenologie und Existenzialismus und alles, was folgt, und wie es die Menschen beeinflusste, wie es sich weiter entwickelt hat und wie der Diskurs stattfand. 

Zentrale Rolle dabei spielen wohl eindeutig zwei Figuren: Sartre und Beauvoir. Ihre Leben werden hier aufgerollt, ihr Leben in dieser Zeit, in ihrer Philosophie, nicht davon losgelöst. 


Gesamt wirkt dieses Buch nicht wie ein vertrocknetes Lehrbuch, sondern wie ein atmender, lebender Organismus, der Ideen und Philosophien neu belebt und ihnen damit wohl am besten gerecht wird. Denn Philosophie muss gelebt werden, um sie zu verstehen. Sie muss mehr, als nur verstanden werden, ist mehr als Theorie. So zumindest habe ich sie stets verstanden und so wird sie nun auch hier präsentiert. Lebendig und spannend, etwas, über das man diskutieren kann, nach dem man sich richten kann, das anregt, darüber nach zu denken. 

Montag, 22. Mai 2017

Rezension zu „A Court of Thorns and Roses“ von Sarah J. Maas

Feyre ist einmal eine Heldin, wie man sie vielleicht zu selten sieht - vielleicht bin ich auch nur etwas angeödet von manchen Klischees (ohne sie alle verteufeln zu wollen). Denn hier tritt eine junge Frau auf, die sich in den gefährlichen Wald wagt, um ihre Familie zu ernähren, obwohl ihr die Jagd keine Freude bereitet, obwohl sie die jüngste der Schwestern ist, obwohl sie sich lieber in den Farben verlieren würde. Aber das Leben spielt selten so, wie man es will, und das weiß sie und daher tut sie, was getan werden muss. Dieser Pragmatismus, aber auch die Liebe für ihre Familie zeichnen sie aus. 


Als sie dann einen Wolf tötet und damit eine Reihe von Ereignissen auslöst, die alles von ihr abverlangen und die sie hinter die Mauer bringen, in das Reich der Feen, die sie stets gefürchtet hat, beginnt ihre Reise in ein spannendes Abenteuer voller Herz, Witz und Spannung. 

Die Autorin schafft es hier, die magischen Feen zu nehmen und sie und ihr Reich in etwas Düsteres, Geheimnisvolles zu verwandeln, das man nur auf eigene Gefahr betreten sollte, denn blutdürstige Feen lauern an jeder Ecke. Dazu ein Fluch, eine geheimnisvolle „Sie“, die hinter all dem Leid stecken soll und so viele weitere ungelüftete Geheimnisse. 

Als LeserIn nimmt man die Sicht von Feyre ein und das passt sehr gut. Kein hormonüberschäumendes Teenie-Hirn, sondern der Blick einer jungen Frau, die viel erlebt hat und ihren Verstand, aber auch ihr Herz benutzt. Ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar. Wie sie die Welt sieht, macht die ganzen Eindrücke noch spannender. Eine wirklich gelungene Ich-Perspektive, die all die Emotionen einfangen und auf den/die LeserIn übertragen kann, so kraftvoll ist sie. 

Zuletzt sind die vielen verschiedenen Charaktere, die diese Welt bevölkern, ein wahrer Genuss. Von Feyres Schwestern über die Feen (Lucian!) am Hof des Frühlings bis hin zu den gefährlichen Gestalten sind sie alle so plastisch und großartig gestaltet, dass man kaum mehr aus dieser Welt auftauchen will. 

Der Anfang zieht einen in die Geschichte. Die Mitte hält die Spannung und das Ende lässt einen staunend und zufrieden zurück. 


Freitag, 28. April 2017

Rezension zu "Die Prinzessin der Wüste" von Bettina Auer

Die Tochter eines Piraten und einer Prinzessin aus dem fernen Orient, träumt Sarlia davon, irgendwann das kleine Dorf, in dem sie zurückgelassen wurde, mit einem Schiff zu verlassen und dem Horizont entgegen zu segeln. Die Freiheit ruft nach ihr. Doch als tatsächlich Schiffe in ihr Dorf kommen, da wird sie entführt und verschleppt. Ihr Vater bringt sie in das Land ihrer Mutter, wo sie einen Prinzen heiraten soll. Nur dass die Regeln und Gebräuche ihr gar nicht schmecken und der Funke zu ihrem Zukünftigen auch nicht überspringt. 


Damit ist eigentlich eine spannende Geschichte rund um Pflicht, Liebe und Freiheit zu erwarten. Dazu kommen Intrigen am Königshof und Geheimnisse, die aufgedeckt gehören.

Eigentlich und dieses Eigentlich schreibe ich nur sehr ungern, aber es muss nun einmal dahin. 
Obwohl man Sarlia als starke Frau kennen lernt, die ganze zwei Jahre gegen ihren Vater aufsteht und sich nicht klein bekommen lässt, aber kaum ist sie am Hof dauert es nur eine Woche, bis sie einknickt. 
Ähnlich Sprunghaft entwickeln sich die verschiedenen Beziehungen und manchmal leiden die Figuren unter sehr großen Stimmungsschwankungen innerhalb einer Szene, die nicht erklärt werden und damit nicht ganz nachvollziehbar waren. 
Manche Storylines, wie der kleine, kranke Bruder des Prinzen, werden nur kurz angeschnitten und kommen nicht mehr vor, sodass die Frage bleibt, warum überhaupt diesen Charakter an dieser Stelle vorstellen. 
Dazu kommen leider einige Schreibfehler, die leicht zu übersehen gewesen wären, wenn die Geschichte sich nicht im Gesamten so mittelmäßig ausgemacht hätte. 

Das sind nun leider sehr viele Punkte, die gegen das Buch sprechen. Dazu ist zu sagen, dass es sich hier nur um meine Meinung handelt und keine Allgemeingültigkeit beansprucht. Denn die Idee ist wirklich gut und wahrscheinlich wäre sie um einiges besser bei mir angekommen, wenn die Autorin der Entwicklung der Figuren und Szenen etwas mehr Raum geboten hätte. 


Donnerstag, 27. April 2017

Rezension zu „Mercenary“ von Felix A. Münter

Ein weiteres Buch aus dem Papierverzierer Verlag und ein zweites von diesem Autor und ich muss sagen, ich war begeistert!


Auf herrlich kurzweilige Art mit einem unglaublich trockenen und beinahe pragmatischen Ton wird aus der Sicht von „Mr. Carter“ ein Abenteurer im Leben eines Söldners beschrieben. Ein Auftrag, von der Kontaktaufnahme bis zur Vollendung. 

„Das, was meinen Kontostand füllt, ist richtig.“ 

Eine Mail. Eine Reise nach New York. Ein Treffen in einem Park und ein alter, kränklicher Mann, der etwas zurück haben will und bereit ist, dafür sehr viel Geld zu zahlen. Carter soll herausfinden, wer die Bank überfallen und den ominösen Besitz gestohlen hat. Eigentlich einfach. Nur dass es das eben nicht ist. 

Spannend, aber pragmatisch, passend im Ton eines Söldners, der ganz klare Vorstellungen und Prinzipien hat, wird aus seiner Sicht erzählt, wie er sich auf die Suche macht. Inklusive Detektivarbeit und Action geladenen Schusswechseln, samt Flucht und Todeskampf. 

Eine interessante Geschichte mit einigen Kniffen und Wendungen, die sich sehr angenehm und schnell lesen lässt. 


Fazit: Leseempfehlung! 

Montag, 24. April 2017

Rezension zu „Der dunkle Turm - tot“ von Stephen King

Zurück in Rolands Welt und auf dem Weg. Tja nur wohin? 


Und als wäre diese unwirtliche Welt nicht genug, und als wäre es nicht ausreichend Stress in den letzten Wochen gewesen, beginnt der Verstand des Revolvermanns langsam entzwei zu fallen. Denn da ist die Sache mit Jake, den er fallen hat lassen - und auch wieder nicht. 

Die Zeit bricht entzwei und damit existieren zwei Realitäten, die im Widerstreit miteinander stehen und in Rolands Kopf um die Wette brüllen. Und nicht nur in seinem. Es gibt ein Wiedersehen mit New York! 
Was hat eine Rose mit der Sache zu tun und ein Schlüssel, ei dem die S-Form am Schluss besonders wichtig ist? 
Spannend mit Zeitparadoxa, Steam-Punk mäßigen Killer-Bären, Rätseln, einen Schulaufsatz, Kämpfen und einer geheimnisvollen Stadt erzählt King die Geschichte weiter um Roland und sein Ka-Tet. Die Geschichte wird komplizierter, ohne wirr zu werden. Die Welt wird verrückter, folgt aber ihrer eigenen, inneren Logik. Dazu die Figuren, die sich so sonderbar ausmachen und gleichzeitig so echt wirken, dass man ihnen gerne folgt. Seite um Seite und es sind viele! 

Während Anfang und Ende so spannend waren, dass ich sie beinahe eingeatmet habe, weist die Mitte Längen auf. Es zieht sich ein wenig, weil die Geschichte hier etwas zur Ruhe kommt, es ist das tiefe Atemholen, bevor es zum Endspurt los geht. 
Zwei Besonderheiten: Wer Rätsel liebt, wird in diesem Band auf seine Kosten kommen. Und wer flauschige Fellknäuel als Begleiter so großartig findet wie ich, wird seine Freude an Oy haben (so süß!). 


Mittwoch, 19. April 2017

Rezension zu „Glass Sword" von Victoria Aveyard

Band 1 hat bombastisch begonnen. Das Mädchen aus den Slums wurde zur Prinzessin, gefühlsmäßig zwischen zwei Prinzen und musste lernen, dass nicht jeder Silver ein Feind ist. Aber auch, dass nicht jeder Freund ein faires Spiel spielt. 

„Anyone can betray anyone.“ ist wohl der eingängigste Satz des Buches, der mir Gänsehaut bescherte, wann immer er kam. Ein Mantra, deprimierend und dunkel und dich so wahr. „Anyone can betray anyone.“

Band 2 beginnt nun mit der Flucht. Flucht vor dem neuen, jungen König und seiner grausamen Mutter. Die Rebellen kamen zur Rettung, ganz vorne Mers bester Freund. Doch die Rebellen wollen die rote Königin so benutzen, wie sie zuvor von der Königin benutzt wurde. Und nicht jeder traut einem Mädchen mit solchen Fähigkeiten. Doch da draußen warten mehr, mehr Leute wie sie, Menschen mit rotem Blut und silbernen Fähigkeiten. Sie warten auf Rettung, oder eher auf den Tod, was wird ihnen das "Lightning Girl" bringen und was steht noch alles auf dem Spiel? 

Der Schreibstil ist wieder fantastisch. Gelesen wird es weiterhin super von Amanda Dolan, die Mers Stimme und Stimmung fantastisch einzufangen weiß. Leider ist Mer nicht allzu sympathisch. Das heißt: sie ist schwierig, sehr schwierig und ihre Entscheidungen nicht immer ganz klar nach zu vollziehen. Manchmal ist sie egoistisch, manchmal zu hart, aggressiv - andererseits ist das nicht verständlich? Zu viel hängt von ihr ab. Dafür ist die Geschichte und Wendungen, all das, was passiert, spannend und macht wirklich Laune, das mitzuerleben. 

Fazit: Trotz einer schwierigen Protagonistin und ein paar Längen, eine spannende Fortsetzung, die Lust auf Band 3 macht!