Montag, 29. Mai 2017

Rezension zu „Der Menschenmacher“ von Cody McFadyen


Drei Kinder, aufgewachsen bei einem Psychopathen, herangezogen, um zum Übermenschen zu werden. Eine Organisation, die Kindern helfen will und hart gegen Kinderprostitution vorgeht - nicht immer legal. Ein Feind, der plötzlich auf den Plan tritt und ein undurchschaubares Spiel zu spielen scheint. Ein Spiel, dem man nicht entkommen kann, das sie spielen müssen, um zu bewahren, was sie lieben.

David, Allison und Charlie überlebten die Hölle. Das macht sie zu interessanten Figuren, deren Lebensweg fesseln könnten. Und das tun sie auch - zumindest die erste Hälfte des Buches lang. Vor allem auf David liegt der Fokus. Er bei seiner Mutter, wie sie in ärmlichen Verhältnissen leben, aber voller Liebe und Hoffnung. Umso stärker der Kontrast, als er zu Bob kommt. 
Über Allison und Charlie erfährt man weniger von ihrer Kindheit, dafür aber, wie sie sich entwickelt haben, nachdem sie ihren Ziehvater entkamen. Beide Schicksale könnten unterschiedlicher nicht sein, aber umso faszinierender ist es, darüber zu lesen.

Ihre Geschichten nehmen ziemlich die erste Hälfte des Buches ein, danach tritt der unbekannte Böse auf den Plan und danach könnte es eigentlich genauso spannend weiter gehen. Doch verschiedene Dinge stören den Lesefluss und haben zumindest bei mir verhindert, dass die Spannung bis zum Schluss bleibt: Viel zu oft wird die Erzählung durch Rückblenden unterbrochen. Rückblenden, die wohl manche Gefühle besser erklären sollten, doch an diesem Punkt einfach nur stören. Dazu sind das nicht kurze Einschübe, sondern ziehen sich teilweise über viele Seiten. Ein weiterer Störfaktor sind, gerade zum Schluss, die ewig langen Monologe, die beinahe einer Rückblende gleich kommen. Das ist mühsam und verleitet leider dazu, es einfach zu überspringen, um endlich zu erfahren, wie es aus geht. 

Fazit: Obwohl die Charaktere wahnsinnig interessant sind und die erste Hälfte vielversprechend ist, kann das Buch die Spannung nicht aufrecht erhalten und es ist sehr mühsam, um bis zum Schluss durch zu halten. 

Dienstag, 23. Mai 2017

Rezension zu „Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails“ von Sarah Bakewell

Auf dieses Buch habe ich schon sehr lange herbeigesehnt!
Es lag so lange auf meiner Wunschliste, dass ich es voller Erwartung aufgeschlagen habe und Angst hatte, ich würde enttäuscht werden - Fazit vor weg: Wurde ich nicht!


Auf herrlich einfache, malerische Art nimmt die Autorin den/die LeserIn mit nach Paris. Wir sitzen in einem Cafe und hier beginnt die Reise. 
Eine Reise nach Berlin und weiter nach Freiburg. Zu Husserl und Heidegger, weiter nach Paris und von dort irgendwann nach England und die USA. Die Geschichte spinnt sich wie eine gut geölte Maschine. Es wird so farbenfroh und lebendig erzählt, dass man nicht das Gefühl hat, bloße Theorie zu lesen. 

Hier geht es um Weltgeschichte, um die schrecklichste Zeit Europas, um Kriege, um das Aufbegehren von Unterdrückten, um den Kampf nach Freiheit, das Streben nach einer besseren Zukunft und dazwischen, alles umschließend und umwickelnd, als könnte es gar nicht anders sein, von der großen Philosophie dieser Zeit. Um Phänomenologie und Existenzialismus und alles, was folgt, und wie es die Menschen beeinflusste, wie es sich weiter entwickelt hat und wie der Diskurs stattfand. 

Zentrale Rolle dabei spielen wohl eindeutig zwei Figuren: Sartre und Beauvoir. Ihre Leben werden hier aufgerollt, ihr Leben in dieser Zeit, in ihrer Philosophie, nicht davon losgelöst. 


Gesamt wirkt dieses Buch nicht wie ein vertrocknetes Lehrbuch, sondern wie ein atmender, lebender Organismus, der Ideen und Philosophien neu belebt und ihnen damit wohl am besten gerecht wird. Denn Philosophie muss gelebt werden, um sie zu verstehen. Sie muss mehr, als nur verstanden werden, ist mehr als Theorie. So zumindest habe ich sie stets verstanden und so wird sie nun auch hier präsentiert. Lebendig und spannend, etwas, über das man diskutieren kann, nach dem man sich richten kann, das anregt, darüber nach zu denken. 

Montag, 22. Mai 2017

Rezension zu „A Court of Thorns and Roses“ von Sarah J. Maas

Feyre ist einmal eine Heldin, wie man sie vielleicht zu selten sieht - vielleicht bin ich auch nur etwas angeödet von manchen Klischees (ohne sie alle verteufeln zu wollen). Denn hier tritt eine junge Frau auf, die sich in den gefährlichen Wald wagt, um ihre Familie zu ernähren, obwohl ihr die Jagd keine Freude bereitet, obwohl sie die jüngste der Schwestern ist, obwohl sie sich lieber in den Farben verlieren würde. Aber das Leben spielt selten so, wie man es will, und das weiß sie und daher tut sie, was getan werden muss. Dieser Pragmatismus, aber auch die Liebe für ihre Familie zeichnen sie aus. 


Als sie dann einen Wolf tötet und damit eine Reihe von Ereignissen auslöst, die alles von ihr abverlangen und die sie hinter die Mauer bringen, in das Reich der Feen, die sie stets gefürchtet hat, beginnt ihre Reise in ein spannendes Abenteuer voller Herz, Witz und Spannung. 

Die Autorin schafft es hier, die magischen Feen zu nehmen und sie und ihr Reich in etwas Düsteres, Geheimnisvolles zu verwandeln, das man nur auf eigene Gefahr betreten sollte, denn blutdürstige Feen lauern an jeder Ecke. Dazu ein Fluch, eine geheimnisvolle „Sie“, die hinter all dem Leid stecken soll und so viele weitere ungelüftete Geheimnisse. 

Als LeserIn nimmt man die Sicht von Feyre ein und das passt sehr gut. Kein hormonüberschäumendes Teenie-Hirn, sondern der Blick einer jungen Frau, die viel erlebt hat und ihren Verstand, aber auch ihr Herz benutzt. Ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar. Wie sie die Welt sieht, macht die ganzen Eindrücke noch spannender. Eine wirklich gelungene Ich-Perspektive, die all die Emotionen einfangen und auf den/die LeserIn übertragen kann, so kraftvoll ist sie. 

Zuletzt sind die vielen verschiedenen Charaktere, die diese Welt bevölkern, ein wahrer Genuss. Von Feyres Schwestern über die Feen (Lucian!) am Hof des Frühlings bis hin zu den gefährlichen Gestalten sind sie alle so plastisch und großartig gestaltet, dass man kaum mehr aus dieser Welt auftauchen will. 

Der Anfang zieht einen in die Geschichte. Die Mitte hält die Spannung und das Ende lässt einen staunend und zufrieden zurück. 


Freitag, 28. April 2017

Rezension zu "Die Prinzessin der Wüste" von Bettina Auer

Die Tochter eines Piraten und einer Prinzessin aus dem fernen Orient, träumt Sarlia davon, irgendwann das kleine Dorf, in dem sie zurückgelassen wurde, mit einem Schiff zu verlassen und dem Horizont entgegen zu segeln. Die Freiheit ruft nach ihr. Doch als tatsächlich Schiffe in ihr Dorf kommen, da wird sie entführt und verschleppt. Ihr Vater bringt sie in das Land ihrer Mutter, wo sie einen Prinzen heiraten soll. Nur dass die Regeln und Gebräuche ihr gar nicht schmecken und der Funke zu ihrem Zukünftigen auch nicht überspringt. 


Damit ist eigentlich eine spannende Geschichte rund um Pflicht, Liebe und Freiheit zu erwarten. Dazu kommen Intrigen am Königshof und Geheimnisse, die aufgedeckt gehören.

Eigentlich und dieses Eigentlich schreibe ich nur sehr ungern, aber es muss nun einmal dahin. 
Obwohl man Sarlia als starke Frau kennen lernt, die ganze zwei Jahre gegen ihren Vater aufsteht und sich nicht klein bekommen lässt, aber kaum ist sie am Hof dauert es nur eine Woche, bis sie einknickt. 
Ähnlich Sprunghaft entwickeln sich die verschiedenen Beziehungen und manchmal leiden die Figuren unter sehr großen Stimmungsschwankungen innerhalb einer Szene, die nicht erklärt werden und damit nicht ganz nachvollziehbar waren. 
Manche Storylines, wie der kleine, kranke Bruder des Prinzen, werden nur kurz angeschnitten und kommen nicht mehr vor, sodass die Frage bleibt, warum überhaupt diesen Charakter an dieser Stelle vorstellen. 
Dazu kommen leider einige Schreibfehler, die leicht zu übersehen gewesen wären, wenn die Geschichte sich nicht im Gesamten so mittelmäßig ausgemacht hätte. 

Das sind nun leider sehr viele Punkte, die gegen das Buch sprechen. Dazu ist zu sagen, dass es sich hier nur um meine Meinung handelt und keine Allgemeingültigkeit beansprucht. Denn die Idee ist wirklich gut und wahrscheinlich wäre sie um einiges besser bei mir angekommen, wenn die Autorin der Entwicklung der Figuren und Szenen etwas mehr Raum geboten hätte. 


Donnerstag, 27. April 2017

Rezension zu „Mercenary“ von Felix A. Münter

Ein weiteres Buch aus dem Papierverzierer Verlag und ein zweites von diesem Autor und ich muss sagen, ich war begeistert!


Auf herrlich kurzweilige Art mit einem unglaublich trockenen und beinahe pragmatischen Ton wird aus der Sicht von „Mr. Carter“ ein Abenteurer im Leben eines Söldners beschrieben. Ein Auftrag, von der Kontaktaufnahme bis zur Vollendung. 

„Das, was meinen Kontostand füllt, ist richtig.“ 

Eine Mail. Eine Reise nach New York. Ein Treffen in einem Park und ein alter, kränklicher Mann, der etwas zurück haben will und bereit ist, dafür sehr viel Geld zu zahlen. Carter soll herausfinden, wer die Bank überfallen und den ominösen Besitz gestohlen hat. Eigentlich einfach. Nur dass es das eben nicht ist. 

Spannend, aber pragmatisch, passend im Ton eines Söldners, der ganz klare Vorstellungen und Prinzipien hat, wird aus seiner Sicht erzählt, wie er sich auf die Suche macht. Inklusive Detektivarbeit und Action geladenen Schusswechseln, samt Flucht und Todeskampf. 

Eine interessante Geschichte mit einigen Kniffen und Wendungen, die sich sehr angenehm und schnell lesen lässt. 


Fazit: Leseempfehlung! 

Montag, 24. April 2017

Rezension zu „Der dunkle Turm - tot“ von Stephen King

Zurück in Rolands Welt und auf dem Weg. Tja nur wohin? 


Und als wäre diese unwirtliche Welt nicht genug, und als wäre es nicht ausreichend Stress in den letzten Wochen gewesen, beginnt der Verstand des Revolvermanns langsam entzwei zu fallen. Denn da ist die Sache mit Jake, den er fallen hat lassen - und auch wieder nicht. 

Die Zeit bricht entzwei und damit existieren zwei Realitäten, die im Widerstreit miteinander stehen und in Rolands Kopf um die Wette brüllen. Und nicht nur in seinem. Es gibt ein Wiedersehen mit New York! 
Was hat eine Rose mit der Sache zu tun und ein Schlüssel, ei dem die S-Form am Schluss besonders wichtig ist? 
Spannend mit Zeitparadoxa, Steam-Punk mäßigen Killer-Bären, Rätseln, einen Schulaufsatz, Kämpfen und einer geheimnisvollen Stadt erzählt King die Geschichte weiter um Roland und sein Ka-Tet. Die Geschichte wird komplizierter, ohne wirr zu werden. Die Welt wird verrückter, folgt aber ihrer eigenen, inneren Logik. Dazu die Figuren, die sich so sonderbar ausmachen und gleichzeitig so echt wirken, dass man ihnen gerne folgt. Seite um Seite und es sind viele! 

Während Anfang und Ende so spannend waren, dass ich sie beinahe eingeatmet habe, weist die Mitte Längen auf. Es zieht sich ein wenig, weil die Geschichte hier etwas zur Ruhe kommt, es ist das tiefe Atemholen, bevor es zum Endspurt los geht. 
Zwei Besonderheiten: Wer Rätsel liebt, wird in diesem Band auf seine Kosten kommen. Und wer flauschige Fellknäuel als Begleiter so großartig findet wie ich, wird seine Freude an Oy haben (so süß!). 


Mittwoch, 19. April 2017

Rezension zu „Glass Sword" von Victoria Aveyard

Band 1 hat bombastisch begonnen. Das Mädchen aus den Slums wurde zur Prinzessin, gefühlsmäßig zwischen zwei Prinzen und musste lernen, dass nicht jeder Silver ein Feind ist. Aber auch, dass nicht jeder Freund ein faires Spiel spielt. 

„Anyone can betray anyone.“ ist wohl der eingängigste Satz des Buches, der mir Gänsehaut bescherte, wann immer er kam. Ein Mantra, deprimierend und dunkel und dich so wahr. „Anyone can betray anyone.“

Band 2 beginnt nun mit der Flucht. Flucht vor dem neuen, jungen König und seiner grausamen Mutter. Die Rebellen kamen zur Rettung, ganz vorne Mers bester Freund. Doch die Rebellen wollen die rote Königin so benutzen, wie sie zuvor von der Königin benutzt wurde. Und nicht jeder traut einem Mädchen mit solchen Fähigkeiten. Doch da draußen warten mehr, mehr Leute wie sie, Menschen mit rotem Blut und silbernen Fähigkeiten. Sie warten auf Rettung, oder eher auf den Tod, was wird ihnen das "Lightning Girl" bringen und was steht noch alles auf dem Spiel? 

Der Schreibstil ist wieder fantastisch. Gelesen wird es weiterhin super von Amanda Dolan, die Mers Stimme und Stimmung fantastisch einzufangen weiß. Leider ist Mer nicht allzu sympathisch. Das heißt: sie ist schwierig, sehr schwierig und ihre Entscheidungen nicht immer ganz klar nach zu vollziehen. Manchmal ist sie egoistisch, manchmal zu hart, aggressiv - andererseits ist das nicht verständlich? Zu viel hängt von ihr ab. Dafür ist die Geschichte und Wendungen, all das, was passiert, spannend und macht wirklich Laune, das mitzuerleben. 

Fazit: Trotz einer schwierigen Protagonistin und ein paar Längen, eine spannende Fortsetzung, die Lust auf Band 3 macht!

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension zu „Der dunkle Turm - Drei“ von Stephen King

Die Prophezeiung hängt über Roland. Den Jungen hat er bereits geopfert und nun muss er sich aufmachen, die Drei zu finden. Nach Norden sollte er gehen, sagte der Mann in schwarz, an das Meer. 


Die Geschichte beginnt direkt mit einem spannenden Kampf. Müde sank der letzte Revolvermann am Strand nieder in den Schlaf, nur dass aus dem Meer gefährliche Hummerwesen entstiegen, gruselige Fragen ohne Sinn stellend und mit Hunger nach Fleisch. Roland kann nur knapp entkommen und leider nicht ohne sich ernsthaft zu verlieren. Er muss sich also verletzt, blutend und mit einer Blutvergiftung den Strand entlang kämpfen. Die Zeit ist gegen ihn, wird sein Körper den Marsch schaffen oder wird die Krankheit ihn niederringen, bevor er den Turm erreichen kann?
Drei Türen erwarten ihn, Meilen zwischen ihnen, kaum möglich, sie zu erreichen. Und wer erwartet ihn dahinter? Wer ist der Gefangene oder die Herrin der Schatten?


Der Schreibstil fängt erneut perfekt die Welt des Revolvermanns ein. Manchmal spröde, kurz angebunden, manchmal bei Fieberträumen und Darstellung des Innenlebens beinahe poetisch anmutend. 

Ein besonderer Spaß: Dass unsere Welt nicht weit weg ist, irgendwo in den Turm mit eingebunden wurde, war seit Jake klar, doch nun besucht Roland selbst dieses New York, das so ganz anders ist, als seine eigene Welt. Da ist vieles, was seine Welt einmal besessen hatte - bevor sie sich weitergedreht hatte. Verschiedene Zeitlinien, verschiedene Jahre werden dargestellt. 

Easter Egg: Nachdem ich vor kurzem erst "The Stand" gelesen habe, klingelte gleich etwas, als Roland davon sprach, er hätte mal einen dunklen Magier gekannt mit dem Namen Flagg. 


Fazit: In diesem Band zieht sich die Geschichte in manchen Situationen ein bisschen. Nichts desto trotz, ist sie weiterhin unglaublich spannend. Die Idee und die Umsetzung sind grandios und man will nach der letzten Seite sofort weiter lesen, um zu erfahren, wie es weiter geht und wie alles zusammen hängt. 

Samstag, 8. April 2017

Rezension zu „Der dunkle Turm - Schwarz“ von Stephen King

„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“


Eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das den Auftakt zu einer absoluten Lieblingsbuchreihe von mir gehört, stellt sich als richtig schwierig da, denn all die Begeisterung auszudrücken, ist fast nicht möglich, aber ich will es hier nun versuchen. 

Damit beginnt die Geschichte rund um Roland, den letzten Revolvermann, den letzten seiner Art, der aufgebrochen ist, um den dunklen Turm zu erreichen. Dafür muss er dem Mann in Schwarz folgen, einem Magier, einem Geheimnis, den der/die LerserIn erst nach und nach zu verstehen weiß.

So entspinnt sich auch Rolands Vergangenheit erst nach und nach. Über seine Kindheit, das Erwachsenwerden und seine Reise, bis er in die Wüste kam, um dem Mann in Schwarz zu folgen, in einzuholen und endlich alle Antworten zu bekommen. Doch dann begegnet er Jake und die vielleicht wichtigste Entscheidung bis dahin hat der letzte Revolvermann noch zu treffen, doch wartet das Ende oder erst der Anfang auf ihn? 


Im ersten Band entspinnt auf geheimnisvolle Weise die Geschichte um Roland. Wer ist er und wer verbirgt sich hinter dem Mann in Schwarz? Was ist der dunkle Turm und was ist das für eine komplexe Welt, in der sich hier bewegt wird?

Noch ist alles klar, doch man bekommt eine gute Vorstellung davon. Außerdem schafft es der Autor, die Spannung vom ersten Satz bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Die Neugierde lässt nicht nach und die Figuren treten so plastisch hervor, dass man sie förmlich vor sich sehen kann, egal wie klein ihre Rollen sind. 


Fazit: Diese Buchreihe ist ein großartiger Fantasy-Epos, der bereits im ersten Band richtig Lust auf all die Abenteuer macht, die noch folgen werden. 

Freitag, 7. April 2017

Rezension zu „Alice = Alice“ von Maxi Schilonka

Es gibt viele Interpretationen von Alice im Wunderland, doch diese ist, ähnlich wie eine andere Adaption aus dem Papierverzierer Verlag, etwas Besonderes. 


Alice und Scarlett sind Zwillinge und ein Herz und eine Seele, zumindest bis ihre Eltern sich scheiden lassen und die Schwestern getrennt werden. Ein Jahr ist das her und da springt Scarlett plötzlich aus dem Fenster - oder wurde sie geschubst? 

Alice kann nicht glauben, was geschehen ist und schmiedet einen verrückten Plan, um die Wahrheit heraus zu finden: Sie wird Scarletts Platz einnehmen, um herauszufinden, was mit ihrer Schwester geschah. Auf der neuen Schule vermutet sie Mobbing oder andere Geheimnisse. Was hat zum Beispiel ein gewisser Lehrer zu verbergen und warum spricht die Krankenschwester ständig in Rätseln?

Und schließlich findet Alice das Unglaublichste von allem: Scarletts Bilder. Bilder von einer grinsenden Katze, von einem Tal, in das zwei Flüsse führen, einer Teegesellschaft… Diese Bilder scheinen der Schlüssel zu sein, ein direkter Weg in das Unterbewusstsein ihrer Schwester, in das Wunderland, das tatsächlich schrecklich wunderlich ist. 

Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Der Ton passt zu dem Charakter von Alice und fängt die Stimmung sehr gut ein. Alice ist eine sehr angenehme Figur, der man gut folgen kann, ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar, selbst die dummen. Man leidet mit ihr mit und knirscht mit den Zähnen, wenn sie es tut. Überhaupt wirkt die hier erschaffene Welt sehr lebendig - obwohl es besser heißen sollte: beide Welten. Dazu kommen viele Popkultur-Anspielungen und schlagfertige Dialoge, die eine wahre Freude sind, sie zu lesen. 


Fazit: Obwohl es manchmal ein paar Längen gibt, überzeugt das Buch durch die Idee, den Schreibstil und die Wendung zum Schluss! Es macht sehr viel Spaß zu lesen. 

Dienstag, 4. April 2017

Rezension zu „Märchenhaft erblüht“ von Maya Shepherd

„Weißt du denn nicht, dass du mein Herz schon lange besitzt?“ Seine Stimme war nur noch ein Wispern in der Dunkelheit. Geflüsterte Worte in einer einsamen Nacht, weit weg von jeglicher Realität. Mehr Traum als Wirklichkeit. 


Am Ende von Band 2 blieb Heera am Boden zerstört zurück. So oft, hat sie ihre Liebe bewiese. Hatte geliebt, obwohl sie es nicht wollte, hatte für alles gekämpft und nie die Hoffnung aufgegeben, doch Leans Entscheidung bricht die Furchtlose, lässt sie zersplittert zurück, macht sie ängstlich und traurig. 

Nur dass sie das nicht sein darf. Keiner der Ernannten, auch der Prinz und seine Freunde nicht. Während Hochzeiten gefeiert werden, hält der Winter das Königreich weiter fest in seinem Griff und auch die schwarze Hexe hat noch nicht aufgegeben. Einen letzten teuflischen Plan hat sie ausgeheckt und er wird Heera alles kosten. 

„Die Erde in euren Händen ist der Nährboden allen Lebens. Doch aus dem Nichts kann kein Leben entstehen. Zu Anfang von allem steht das alles verzehrende Feuer.“ 

Band 3 der Märchen-Trilogie steht seinen Vorgängern in nichts nach. Detailliert wird die Welt beschrieben, all die Wunder und Gefühle finden in den Worten ihren Ausdruck und berühren LeserInnen. Wieder gibt es viel Herzschmerz, Liebe, Trauer und Tränen. Gefährliche Aufgaben und auch sprechende Tiere. Ein echtes Märchen, mit Prinzessinnen und Prinzen, mit Beweisen von Mut und Liebe, aber auch tiefer Erkenntnis. 

Noch einmal müssen alle an ihre Grenzen gehen. Die letzten Entscheidungen treffen, um ihr Glück zu finden. Dabei bleiben Moral, Hoffnung und Glück nicht auf der Strecke. 

Fazit: Eine wundervolle Trilogie und eine der besten Märchenadaptionen, die ich bis jetzt lesen durfte. Großartiger Schreibstil, gepaart mit einer bunten Welt und liebevoll gestalteten Figuren machen diese Bücher zu einem großen und spannenden Leseerlebnis! 


Sonntag, 2. April 2017

Rezension zu „Märchenhaft erlöst“ von Maya Shepherd

Im letzten Teil kamen die Ernannten und auch der Prinz gerade so mit heiler Haut davon. Heera erkannte den Prinz im Frosch und rettete ihn und die anderen vor der bösen Hexe, doch damit ist diese noch nicht besiegt und ihr letzter böser Plan noch nicht geschmiedet.


„Dunkle Zeiten bringen die Schattenseiten des Menschen hervor. Neid, Misstrauen und Habsucht treten nie deutlicher zu Tage als in Zeiten der größten Not.“ 

Hungersnot, Krankheit und Schmerz suchen die Länger heim. Erst toben sie in einer dunklen Wolke über die Inseln und verschlingen alles, nichts bleibt stehen, ganze Schlösser und Völker nehmen sie mit sich und sie kommen auf Prinz Lean und die Ernannten zu. 

Während Heera mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat und auch Medea, Erina und Daphne sich über einiges klar werden müssen, kommen nun die Prinzessinnen hinzu und sie sind nicht so, wie sich Heera edle Prinzessinnen vorgestellt hat. Andererseits ist weder Zeit noch Platz für Allüren, denn das Schicksal aller Länder steht auf dem Spiel und die Mädchen müssen losziehen, die böse Hexe zu stellen. Doch nicht nur Wind, Wetter, der lange Weg und die Hexe selbst stellen Stolpersteine dar, sondern auch die Mädchen sich gegenseitig. Misstrauen und Neid drohen sie zu entzweien. Werden sie es trotzdem schaffen?

Wieder warten spannende, wundervoll gestaltete Aufgaben auf die Mädchen, sprechende Tiere, mutige Entscheidungen und herzerwärmende Dialoge. Doch dieser Teil ist definitiv düsterer, gleichzeitig fröhlich und durch den Schreibstil herrlich zauberhaft. 

Die Geschichte ist spannend und hat alle Anlagen, um LeserInnen zu Tränen zu rühren, mit den Figuren mitzufiebern und zu träumen. 

Fazit: Noch besser als Teil 1 und definitiv eine Leseempfehlung! 

Donnerstag, 30. März 2017

Rezension zu „Noel&Noelle - Die Geburt“ von Nicky P. Kiesow

„Ich bin einzigartig. So etwas wie eine Rarität, würde zumindest mein Mentor sagen. Leider hatte auch er am Anfang keine Ahnung, wie einzigartig eben einzigartig sein kann. Aus diesem Grund wurde ich dazu verdonnert, diese Zeilen für die Nachwelt niederzuschreiben.“


Mit diesen geheimnisvollen Worten beginnt die Geschichte von Noel und Noelle. Der Ton ist frech und witzig, leicht und gut zu lesen. Außerdem wird diese Geschichte tatsächlich wie eine Nacherzählung präsentiert. Das macht sich bemerkbar durch Gedankeneinschübe, Anmerkungen und die zwischenzeitliche Übernahme durch den Mentor, der seine Eindrücke ebenfalls berichtet. Gerader dieser Aufbau der Geschichte macht das Buch zu etwas Besonderen. Dazu kommt die fantasievoll gestaltete und ausgeklügelte Welt.

Der Anfang macht richtig Spaß und animiert zum Weiterlesen. Leider gab es ab ca. 20% einige Längen, sodass ich ein paar Mal pausiert habe, bevor ich das Buch wieder zur Hand nahm. Dafür nimmt die Story ab ca. 60% wieder richtig an Fahrt auf und lässt einen neugierig und gespannt am Ende zurück. 


Fazit: Eine unterhaltsame, witzige und zugleich düstere Geschichte über Magier, Drachen und das Überleben. Trotz der Längen wird es richtig spannend am Ende und ist daher ein guter Auftakt der Reihe, die sicherlich mit noch mehr tollen Szenen und Wendungen aufwarten kann.



Montag, 27. März 2017

Rezension zu „Covenant Novel - Half-Blood“ von Jennifer L. Armentrout

Einst wandelten die griechischen Götter auf der Erde und von ihren Ausschweifungen blieb eine neue Spezies zurück. Die Pures verfügen über besondere Stärke und Schnelligkeit, dazu beherrschen sie jeweils ein Element. Doch auch sie mischten sich mit Menschen, woraus die Half-Bloods entstanden. Stark, schnell und sie erkennen, wenn sie vor einem Daimon stehen, einem Wesen, das einmal ein Pure war, bevor es zu einer mordenden Bestie wurde.


Alex war die letzten drei Jahre auf der Flucht mit ihrer Mutter. Von heute auf morgen verließen die beiden die Inseln, auf denen diese Spezies lebte und machten sich auf in die Welt der Sterblichen. Ihre Mutter wird von einem dieser Wesen getötet, sie selbst muss fliehen, es ist Glück, dass sie rechtzeitig von Kriegern gefunden wird, die sie zurück in den Schutz der Schule nehmen. 

Doch damit beginnt das Chaos erst. Alexandrias Mutter tot, ihr Stiefvater will sie zu einer gehirnlosen Sklavin machen, Aiden ist ein Pure, doch das hält sie nicht davon ab, sich ihn zu verlieben und was hat es mit dem Orakel, Weissagungen und dem Apollyon auf sich? 

Alex ist eine 17-Jährige und das merkt man ihr an. Manchmal ist sie nervig, oft ungestüm und sie weiß einfach nicht, wann sie die Klappe halten soll, doch das macht sie dafür auch sehr echt und greifbar. Sie ist nicht perfekt, sondern muss lernen, sehr viel lernen und diesen Weg verfolgen LeserInnen mit ihr.

Aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt. Aus ihren Augen lernen wir die Welt kennen, das System und all die anderen, die die Insel bevölkern. Besonders gefallen haben mir die Trainingssequenzen mit Aiden und die Partys. Alle Charaktere sind mehr als bloße Schablonen, obwohl sie lediglich aus Alex' Perspektive beschrieben werden.

Es ist kein außergewöhnliches Buch. Die Geschichte ist vorhersehbar, sowohl was manche Entwicklungen angeht, als auch Alex' Verhalten. Dennoch ist es eine nette Geschichte, die Spaß macht, zu lesen. Sie ist leicht und flüssig geschrieben, unterhaltsam und kurzweilig. 

Mittwoch, 22. März 2017

Rezension zu "Better Life - Ausgelöscht" von Lillith Korn

"Schenken Sie uns Ihren Körper und wir schenken Ihnen 10 unvergessliche Jahre!"

Mit diesem Versprechen lockt die Firma "Better Life" Menschen zu sich. Angefangen hat alles damit, dass sie traumatisierten SoldatenInnen und PolizistenInnen helfen wollten. Zumindest war das das Versprechen, welches die Firma Zoe gab, als sie angeworben wurde, um ihnen das Programm zu schreiben. Wie gerne hätte sie daran geglaubt, doch sie musste mit Erschrecken feststellen, dass alles ganz anders ist!
Marvin Lenzen ist ein Mann, Durchschnitt durch und durch, vielleicht sogar darunter. Sein Leben war in Ordnung, bis seine Freundin plötzlich verschwand. Das bringt ihn dazu, "Better Life" aufzusuchen. Vergessen, ein neues Anfang, jemand anderer zu sein, scheint etwas zu sein, was ihm helfen könnte. Doch während er eigentlich nur ein Informationsgespräch führen will, verschluckt ihn "Better Life" und Marvin verschwindet. 
Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Marvins Erlebnisse sind eingehend beschrieben und obwohl man ihn nicht kennt, fiebert man mit, fast kann man seine Angst spüren, seine Empörung. Was für eine Ungerechtigkeit! Gleichzeitig stellen sich Fragen, die auf Antworten drängen. Die Seiten fliegen nur so vorbei. Die Sprache, leicht verständlich und flüssig geschrieben, zieht den/ die LeserIn in die Geschichte. Als sich Zoe und Paul dann treffen - Paul, der von "Better Life" ausgesandt wird, um Zoe auszuspionieren - als die beiden sich näher kommen, noch davor, weil Zoe kein dummes Püppchen ist, das sich von einem hübschen Gesicht ablenken lässt, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit, gegen ein Unternehmen, dessen Skupellosigkeit von allen unterschätzt wurde, dessen Ausmaße sich erst nach und nach aufzeigen. Wie lange haben die beiden, bevor alles aufgedeckt wird? Wie weit kommen sie, bevor sie vor der Auslöschung stehen? 
Rasant entfaltet sich die Geschichte. Von Wettrennen, Freundschaft, Hoffnung und Verrat ist alles dabei. Die Spannung baut sich am Anfang auf und hält sich bis zum Schluss! Dazu einige Wendungen, die nicht zu erwarten waren und die einen staunend und baff zurück lassen. Ein "Fortsetzung folgt" lockt mit einer weiteren rasanten Jagd, mit einer weiteren spannenden Fortführung der Ereignisse. Wird "Better Life" fallen?
Als Goodie, als kleiner Einblick in Pauls Leben, wartet eine Kurzgeschichte am Ende auf den/ die LeserInnen. Die Person, sein Zwiespalt, die Problematik des Verfahrens, die Frage nach der Ethik dahinter, werden noch einmal aufgeworfen, die Brutalität des Unternehmens deutlich.
Fazit: Empfehlenswert, kurzweiliger Lesespaß mit schnell ablaufender Story ohne Kürzen. 

Dienstag, 21. März 2017

Rezension zu "Academy of Shapeshifters - Kampfgeist" von Amber Auburn

Es ist so weit! Band 12 ist der finale Band der 1. Staffel. Die Erwartungen waren groß, die Spannung noch aus dem letzten Band präsent, alle Voraussetzungen für ein bombastisches Ende schienen gegeben zu sein. Ich sage "schienen", weil ich den letzten Band dieses Abschnitts doch etwas enttäuschend fand. 


Doch zuerst zu den positiven Aspekten: Der Schreibstil war wieder einmal großartig zu lesen und hat sehr viel Spaß gemacht, führte locker und leicht durch die Story. Dazu kommt, dass Lena zu einer echten Heldin geworden ist und ihre Entwicklung, vom ersten Band bis jetzt, klar mit zu vollziehen war und sie als Person nachvollziehbar ist. Dann noch die Verwicklungen und der Kampf, der bevor steht. Und das Ende, das einen guten Ausblick darüber verschafft, wie es weiter gehen wird. Die Welt öffnet sich und die Wandler ziehen aus. Die Aufgaben werden größer, die Gefahren ebenfalls und so viel mehr steht auf dem Spiel. 

Und damit komme ich auf die nicht so positiven Aspekte zu sprechen: Der Band ist nicht schlecht, keineswegs! Doch er hat irgendwie Potential verschenkt. Zunächst zieht sich der Anfang, bis die Entscheidung fällt, die Freunde zu befreien und ein paar Gedankengänge um Janis und ihre romantischen Gefühle für ihn oder auch nicht sind in einer solchen Situation etwas unnötig. Dazu kommt, dass zwischen ihnen Streit entartet, doch nach einiger Zeit einfach vergessen wurde. Für mich persönlich war es ein zu langes hin zur eigentlichen Sache und ein paar zu offensichtliche Wendungen, dazu das Drama zur Klimax hin, das ein bisschen an Telenovelas erinnerte. 

Vielleicht fällt meine Bewertung eher negativ aus, weil die letzten Bände der Serie so spannend und großartig waren. Da wurde eine gewisse Erwartung aufgebaut, die leider beim Finale nicht eingelöst wurde. Okay, also wenn ich die Enttäuschung beiseite schiebe, dann komme ich zu diesem Fazit: 

Das Finale ist gut gelungen, hätte aber im Angesicht der vorhergehenden Bände besser sein können. An manchen Stellen wurde Spannung verschenkt und es hat sich gezogen. Das Ende ist nett und gibt der kommenden Staffel eine Richtung vor, als LeserIn weiß man nun, was einen erwarten könnte. Doch der große Drang, unbedingt jetzt weiter lesen zu wollen, stellt sich nicht ein. Alles in allem ist es ein guter Band, der einen Abschluss bildet. 


Samstag, 18. März 2017

Rezension zu „All about the money“ von Felix A. Münter

Wie weit gehst du, wenn dein Leben in Trümmern liegt und du die Chance bekommst, es vielleicht wieder aufzubauen? Wieviele Risiken bist du bereit, auf dich zu nehmen?


Lucas ist ein Mann, dessen Leben eigentlich hätte in Ordnung sein sollen. Er hatte eine Frau, zwei Kinder und besaß ein Haus. Doch dann kam die Wirtschaftskrise und er verlor seinen Job. Er machte andere Jobs, drei Jobs, aber am Ende waren die Rechnungen höher, als sein Einkommen und die Mahnungen flogen nur so heran. Schulden, Kreditrückzahlungen, Kredithaie, die sich auf ihm stürzen würden und dann kommt es zum Äußersten: Wieder verliert er einen Job und die Bank will das Haus versteigern, seine Frau packt ihre Sachen und nimmt die Kinder mit sich. Sein Leben liegt in Trümmern. Doch dann findet er auf einer gestrandeten Yacht Geld, viel Geld, und eigentlich könnte ab hier sein Leben besser werden, alles könnte sich in Wohlgefallen auflösen, er könnte endlich einmal Glück haben, wenn nicht alles anders kommen würde. 

„Er verschuldete sich, um irgendwie zu überleben. Es war ein Tanz auf dem Drahtseil, ohne Netz und doppelten Boden. Bis heute. Denn heute war er gestürzt.“

Von der ersten Zeile an ist man als LeserIn mitten im Geschehen, verfolgt Lucas Absturz und erfährt mehr über den Mann. Er wird vorgestellt, schnell, präzise und auf eine Art, dass man nach dem ersten Kapitel schon das Gefühl hat, ihn zu kennen. Die Grundlage ist gelegt, um mit ihm mitzufiebern, ihn anzufeuern, die Hände vor die Augen zu schlagen und zu Hoffen, dass dieser Mensch, dieser unglaublich unglückliche Mensch, es doch irgendwie schafft, egal wie aussichtslos es erscheint. 
Geschickt wird diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da ist Lucas, der mitten in diese Geschichte stolpert, die eigentlich nichts mit ihm zu tun hätte haben müssen. Dann ist da Byrns, ein Agent auf der Jagd. Und Machado, jemand, der Drogen für die Kartelle aus dem Süden in den Norden transportiert. Nur dass er sich verschätzt hat, dass es etwas schief lief und jemand sein Geld genommen hat, Geld, das er braucht, dringend braucht. 

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Er trifft den harschen Ton der Story sehr gut und wirkt sehr echt im Sinne von: er passt perfekt zu den Figuren und den Situationen, sodass man ihnen ihre Dialoge abkauft. Gleichzeitig wird die Umgebung plastisch und greifbar. 

Genauso nachvollziehbar sind die Kämpfe, Verfolgungsjagden und Entscheidungen, die die Figuren treffen. Selbst Lucas' Beweggründe werden genau erklärt. Nichts steht in der Luft, alles ist verankert und realistisch, so sehr, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Man kann stellenweise nicht aufhören, weil man wissen muss, wie es weiter geht, was als nächstes passiert, wie die unterschiedlichen Parteien reagieren, handeln und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. 

Fazit: Ein wirklich spannender, sehr gut durchdachter Thriller mit „Helden“ anderer Art. Es hat großen Spaß gemacht und bekommt eine eindeutige Leseempfehlung. 


Rezension zu "Fuchsgott" von Nicky P. Kiesow

"Ihr werdet eine Ungerechtigkeit wiederzumachen, wenn die Zeit dafür gekommen ist." 

Endlich geht es mit der Fuchreihe weiter! 
May ist nach wie vor in den Fängen des Wolfsrudels und muss erst einmal verarbeiten, was geschehen ist. Ihre Schwester kämpfte gegen den Anführer Erebos, nur dass da etwas geschah, was nicht möglich sein sollte. Immerhin, wer konnte stärker sein, als eine Amos? Und dann ist da das scheußliche Schicksal, das die Füchse ereilte, die den Zwillingsschwestern zur Hilfe kamen. Dazu kommt Pax, der ältere Bruder und zukünftiger Alpha des Wolfsrudels und seine Leute. Warum ist er so nett zu ihr und was ist das für eine Ungerechtigkeit, die begangen worden sein soll und was hat sie damit zu tun? 
Sisandra ist seitdem auf der Flucht und das fällt ihr gar nicht leicht, weil Ava, ihre Fuchsgöttin, nach dem Kampf gegen Erebos total durch den Wind ist. Wird sie es auf sicheren Boden schaffen? Und was erwartet sie in den anderen Camps? 

In diesem Teil lernt man die andere Zwillingsschwester etwas besser kennen und obwohl ein paar ihrer Eigenarten erklärt werden, warum sie so zickig ist, ist sie doch ein wirklich schwieriger Charakter. Eine verzwickte Freundschaft, eine Verlobung und eine Bestimmung, die sie nicht treffen durfte, sondern für die ausgesucht wurde, warten auf sie. Dazu kommen neue und erstaunliche Figuren, ein neues Camp und ein wirklich interessantes Ende, das uns im Ungewissen darüber lässt, wie es weitergehen könnte. 
Viele Fragen eröffnen sich in diesem Band. Was haben die Wölfe vor? Warum will Pax Sisandra unbedingt als Frau? Was ist geschehen, dass etwas wiedergutzumachen ist? Wo bleibt May? Und was ist zwischen Sisandra und ihrem Verlobten geschehen, dass sie so miteinander umgehen? 
Ihr seht, wirklich VIELE Fragen und die Beantwortung wartet wohl in den nächsten Bänden auf uns, was mich freut, denn obwohl mir der Teil weniger gut gefallen hat - das liegt eindeutig an Sisandra, mit der ich irgendwie nicht warm werden will - und obwohl "Action"-mäßig nicht so viel geschehen ist, freue ich mich auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es weiter geht. 
Fazit: Gute, solide Fortsetzung, die genug Fragen eröffnet, um Interesse für die weitere Geschichte zu generieren.