Montag, 6. Juni 2016

Rezension zu "2033" von Lya Sanders

Geht es euch auch so? 
Ich bin immer ganz begeistert, wenn ich auf ein Buch stoße, das nicht Mainstream ist und nicht gehyped wird und es sich dennoch als Glücksgriff heraus stellt? 

So ging es mir mit diesem Buch. 




Gerade mit der heutigen politischen Lage, fand ich die Zukunftsvision erschreckend detailliert und gefährlich in seiner tatsächlichen Möglichkeit umgesetzt. 

Der Schauplatz: Köln. 
Auf dem Weg an die Macht ein Mann, dessen Namen ich - glaube ich - nicht ein einziges Mal richtig gelesen habe, ABER er ist das Grauen in Person. Er hat eine private Armee, die Bloodhounds, die angeblich für Sicherheit sorgen soll, aber als Melissa ihre Jugendliebe Ibo wieder begegnet, muss sie hinter die Fassade sehen und sich mit dem Gedanken anfreunden, dass den Menschen in Deutschland eine furchtbare Lüge erzählt wird und dass sie, als Journalistin und Teil der Propagandamaschinerie, sogar dabei mitgeholfen hat. Mit Ibo macht sie sich auf den Weg, die Wahrheit herauszufinden, für die Liebe und ein Land, in dem die Menschen in Frieden nebeneinander leben. 

Sehr gut hat mir der politische Teil des Plots gefallen. Die Szenen im Gefängnis und bei der Familie eines Gefangenen berührten mich. Genauso wie die Geschichten der Menschen, denen sie begegnen. 
Etwas schnell entwickelte sich die Beziehung zwischen Melissa und Ibo - und ja, ich weiß Jugendliebe und so, aber das irritierte mich am Anfang. Später wachsen sie aber so zusammen, dass ihre Beziehung nicht mehr störend wirkte, sondern zum Plot beitrug. 

Die beiden Protagonisten wurden sehr realistisch dargestellt. Denn sie geraten einfach in diese Situation hinein. Sie haben keine Superkräfte, wurden nicht dafür ausgebildet. Es sind ganz normale Menschen, mit ganz normalen Jobs, die sich plötzlich in einem Alptraum wiederfinden, den Deutschland eigentlich 1945 für besiegt geglaubt hatte. Daher reagieren sie auch mal irrational und hysterisch, was sie für mich sehr sympathisch und nachvollziehbar machten. 

Ein Manko sind die Sprünge, die die Geschichte macht. Der Plot schreitet sehr schnell voran. Plötzlich sind Wochen vergangen. Die Beziehung hat sich weiterentwickelt. Etwas ist passiert. AHA. Ein paar Mal stolperte ich über solche Situationen, in denen ich mir gewünscht hätte, es würde etwas mehr Zeit und Seiten in Anspruch nehmen, um den Moment mehr auszukosten, um noch mehr ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen. 

Gesamt sieht das so aus: 


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