Donnerstag, 22. Dezember 2016

Rezension zu „Zero“ von Marc Elsberg

Willkommen in Paranoia. 
Ja, dieser Satz geht nicht nur durch den Kopf einer der Protagonistinnen.
Auch mir ging er beim Lesen mehrmals durch den Kopf. 


Fiktion vermischt sich mit Realität. Anonymus und eine neue Hacker-Aktivisten-Gruppe namens Zero. Facebook, Google, neben FreeMe. FBI, Polizei und die Medien. Daten Klau und Daten Verkauf. Eine Verschwörung. Ein Experiment. Ein Anschlag. Bekannte Namen aus unserer Realität stehen neben denen der fiktionalen Geschichte, geben das Gefühl, das alles greifbar wird, es wird echt und fast schon erschreckend real. 

Geschickt beginnt die Geschichte. Ein Drohnenanschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Die Hacker-Organisation Zero bekennt sich. Worum geht es? Um Datendiebstahl und Datenkraken - Zero will diese zerschlagen. Der ausgesuchte Feind? FeeMe. 

FreeMe ist eine Datenkrake - und angeblich wieder nicht. Denn zwar sammeln die User die Daten, aber sie verkaufen sie selbst, machen Gewinn durch den Verkauf ihrer Daten. Und je mehr Daten sie sammeln, desto mehr sind sie wert. Also heißt es sich ausstatten mit Smartwatch, Datenbrille - alles wird dokumentiert und gemessen. 

Warum? Weil es ActApps gibt, die zu allen Lebenssituationen Ratschläge geben. Wie sich kleiden, was sagen? Wie das Verhalten verändern - damit die Daten mehr an Wert gewinnen. 

Das ist die Ausgangssituation. Die Hintergrundinfos werden perfekt in die Story eingegliedert. Denn der/die LerserIn nimmt hier die Position von Sin ein. Sie ist Journalistin, mit einer Tochter im Teenager Alter. Sin hat keine Ahnung über all das. Die technischen Neuerungen sind an ihr vorüber gegangen. Doch nun muss sie sich damit auseinander setzen und wird immer tiefer in den Strudel hinein gezogen.

Skepsis, Pro und Contra, Nutzen, Gefahr oder Sicherheit - all das mischt sich. Wem kann sie noch trauen? Wie sicher ist sie? Wer weiß was über sie? Kann man überhaupt noch untertauchen?

Steffen Groth liest die Geschichte grandios. Von Hysterie bis Sarkasmus spielt alles in seiner Stimme mit. Es entstehen keine Längen, der Spannungsbogen wird gehalten. Die Stimme ist angenehm zu hören und fesselt bis zum Schluss. 

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