Direkt zum Hauptbereich

Rezension zu „Frost und Payne - Die Schlüsselmacherin“ von Luzia Pfyl

London in der Zeit Queen Viktorias. Ihr Bild hängt in jedem Zimmer. Nebel hängt über der Themse, die Straßen sind eng und überfüllt, als Lydia Frost durch das chinesische Viertel eilt, sie will ein Geschenk abgeben und ist nervös. Wieso? Weil das Geschenk an eine Frau geht, der sie viel verdankt, der sie aber gleichzeitig den Rücken gekehrt hat. Für immer. 


Frost trennte sich von der Organisation der „Dragons“, in der sie als talentierte Diebin arbeitete, um als Privatdetektiven auf eigenen Beinen zu stehen. Sie will Dinge und Menschen finden, weil sie das gut kann und kaum ein Schloss ihr widerstehen kann, die Arbeit übernehmen, die Scotland Yard nicht schafft. Doch der Start ist schwer. Kunden finden nur spärlich den Weg in ihr Büro und das Geld wird langsam knapp. Dann kommt das chinesische Neujahr und es bringt Glück mit sich, denn gleich zwei Aufträge flattern ihr zu. Es ist doch Glück, oder?

Einen Foliant soll sie stehlen. Einfach. Doch etwas geht vor sich. Der/die Leserin erfährt in Ausschnitten mehr, als Frost, doch die Puzzleteile sind zu ungenau, das Bild setzt sich nur langsam zusammen. Die Spannung baut sich auf. 
Gleichzeitig lernt man Payne kennen, den Amerikaner, der wegen seiner Frau nach London kam. Er verfolgt seine eigenen Ziele, wenn er für seinen Arbeitgeber einen Sammler sucht, den man „den Russen“ nennt. Doch auch für ihn wird das Leben gefährlich. Er wollte auf die Spur von jemanden kommen und wurde selbst gefunden. Doch durch wen?
Ein Katz und Maus Spiel. Die zwei Handlungsstränge verweben sich langsam, die Geschichte zieht sich zusammen, bis man das Buch nicht mehr aus den Händen legen will, weil man wissen muss - wie geht es weiter? Wer plant was und warum?

Die Schreibweise trägt zu dieser Spannung bei. Sie ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache passt. Die Bilder sind stimmig und erschaffen eine plastische und lebhafte Welt, die in das Genre Streampunk passt. Die Atmosphäre kommt rüber und zieht einen hinein, hinein in das London des 19. Jh, in dem Maschinen sich in den Boden graben und Luftschiffe über der Stadt kreisen und manche Herzen mit einem Schlüssel aufgezogen werden müssen. 


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension zu „Archon“ von Felix A. Münter

Reale, trockene Figuren, die mit Pragmatismus und Fachwissen an ihre Aufgabe gehen. Welche das ist? Sie sind die geheimste Abteilung der ESA, sie untersuchen die Phänomene auf unserer Welt auf der Suche nach dem Beweis, dass es mehr gibt, dass wir nicht alleine sind.
In Montenegro taucht ein geheimnisvoller Mann auf. Geschwüre auf seiner Haut. Eine eigenartige Kugel in der Hand. Als er schließlich nach Deutschland gelangt, zusammen bricht und die Mutationen voran schreiten, wird die Truppe um Michael Hoth gerufen und eine Reise startet damit. Zunächst nach Koblenz, dann, nach einem Eintauchen in die Bürokratie, geht es nach Montenegro und zu dem Ort, wo alles vor sich ging. Was sie finden? Ungeheuerliches! 
Detailliert wird das ganze Geschehen beschrieben. Von den Vorgängen in der Organisation bis hin zu den abenteuerlichen Situationen, die zu meistern sind. Besonders schön und plastisch wird die Umgebung gestaltet, sodass man meint, regelrecht eintreten zu können. Die Truppe um Hoth un…

📚🎖 Lese-Highlights 2017 🎖📚

Es ist schwer, etwas auszusuchen. Viele Bücher haben mich heuer mitgenommen, in ihren Bann gezogen und vollkommen verzaubert, aber jetzt heißt es bewerten und überlegen. Welches Buch ging mir richtig nah, welches konnte ich nicht mehr aus den Händen legen?  Pro Genre habe ich ein Buch ausgewählt - gerade bei Fantasy fiel mir das schwer, da gab es so viel Auswahl! 


Fantasy

Red Queen, Victoria Aveyard Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, doch ich war sofort Feuer und Flamme. 


Sci-Fi

Weltasche, Marie Graßhoff  Ich habe jede einzelne Seite dieses Buches geliebt. Es hätten ruhig noch mehr sein können. 


Romance

Märchenhaft Trilogie, Maya Shepherd Okay, ich lese nicht oft Romance und dieses Jahr besonders wenig, aber diese Märchen-Adaption hat es mir angetan. 


😍 1. Lesenacht 😍

Ich habe noch nie an einer Lesenacht teilgenommen - aber wenn es sich anbietet, möchte ich es gerne ausprobieren! ☆so gespannt☆ 


Bookdemon ist Schirmherrin über das Event, falls ihr also noch nichts heute vor habt, macht unbedingt mit! Es startet um 19 Uhr 😁 

Ich werde wohl "Empire State" aus dem Papierverzierer Verlag lesen - und ihr? 



20 Uhr - erste Frage 😍



Puh! Richtig genervt hat mich "Those broken Stars". Ehrlich, die dümmste Art Probleme zu schaffen, indem keiner miteinander spricht. 🙈

21 Uhr - zweite Frage, es geht weiter 😗




Also mich würde ein total verrückter Superheld in grellen Strumpfhosen und der obligatorischen engen, roten Unterhose darüber. Mit wehendem Umhang und abgefahrener, geflügelter Maske. 

22 Uhr - dritte Frage 😏 




Hm...was würde ich ändern. Der extrem sexistische Ton von Rex ist hart zu schlucken, aber gehört wohl so. Im Moment ist es noch hart zu durchschauen, was wirklich abgeht, der düstere, trockene Ton passt zur Story, macht es aber wohl au…