Samstag, 27. August 2016

Rezension zu „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch

Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, fällt mir richtig gehend schwer. Zum einen, weil es mich immer noch ganz in seinem Bann hat und ich kaum weiß, wie ich all diese Eindrücke zusammenfassen soll, zum anderen, weil es mich in seiner Gesamtheit so gepackt und begeistert hat, dass ich auf Anhieb gar nicht recht weiß, was mir alles gefallen hat. 



Zunächst dachte ich nämlich, dass ich es wohl nicht lesen würde. Es war auf meinem Kindle, aber wollte ich es lesen? „Wir wieder irgendein kitschiger Roman sein“, dachte ich, las aber dann doch rein. Wieviele Bücher gibt es, die einen gleich auf den ersten zwei Seiten fesseln? Dieses fiel darunter. Es begann geheimnisvoll, machte neugierig und hatte diesen düsteren Ton, der Gänsehaut verursachen kann. 
Dass es dann in die Ich-Erzählung wechselte störte mich gar nicht, denn der Ton änderte sich zwar, aber die Figur, aus deren Sicht alles beschrieben wurde, gefiel mir. Sie war keine heroische Heldin, kein Genie, sondern normal - wenn man so will, eigentlich der Inbegriff von Normal. Machte eine Ausbildung, traf sich mit ihrer besten Freundin, zog sich gerne hübsch an, lebte bei den Eltern. Der Sprung ins Spießige wäre ein leichtes gewesen. 
Aber dann begegnete sie Danny. Und da wurde so viel mehr aus ihr. Während die Protagonistin über das Leben lernte, was wichtig war, was nicht. Welche Sorgen begründet, welche nicht. Mit welchen Blick sie auf die Welt sehen musste, um mehr zu sehen, als das Offensichtliche, um mehr zu sehen als Labels, die man sich gegenseitig gab, um jemand anderen in der Gesellschaft zu kategorisieren, hatte ich das Gefühl, selbst das ein oder andere noch zu erfahren. Vor allem Ekel vor der Gesellschaft und ihrer kurzsichtigen, dummen Art! 

„Sie kategorisierten die Menschen nicht nach den Maßstäben der Gesellschaft, sondern nach ihren inneren Werten.“ 

Und dann passierte es. So wie Jessica sich in Danny verliebte, verliebte ich mich in diese Gemeinschaft, in die drei - Danny, Jessica und Christina - und verfolgte mit Spannung, aber auch mit einem Grauen ihre Geschichte mit. So außergewöhnliche Charaktere, mit ihren Stärken und Schwächen, die bereit waren, egal was kam, das Leben best möglich und in vollen Zügen zu leben. 
Ich lachte und weinte und am Ende heulte ich. 

„Eines Tages [...] wenn ich nicht mehr da bin. In dem Moment, in dem du dem Horizont nah bist, bist du dann auch mir nah...“ 


Die Schreibweise war leicht zu lesen, einnehmend und konnte gleichzeitig jede Stimmung gut und bildhaft in Worte fassen. Die Welt und ihre Figuren darin erwachten zum Leben. Gerade darum hat die Geschichte um Danny auch eine so große Wirkung. Gleichzeitig merkt man, dass hier Wissen dahinter steckt. Da wird keine Krankheit genannt, die dann als Schreckgespenst über den Figuren hängt. Da gibt es Falten, Details, Wissen, das all das, was geschieht, nur noch realer macht. 

Gesamt sieht es so aus: 



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