Sonntag, 15. Mai 2016

Rezension zu "1Q84" von Haruki Murakami (Hörbuch)

Mein erstes Hörbuch und auch wenn ich es wieder und wieder hören kann, tut es fast weh, dass es jetzt vorbei ist (zum Glück gibt es noch Buch 3). 

Ich habe mich wegen David Nathan für genau dieses Hörbuch entschieden. Ich dachte, wenn ich schon damit anfange, dann sollte es eine wirklich richtig gute Stimme sein, die mir da 30 Stunden aus einem Buch vorliest. Und ich habe es nicht bereut! Er liest den Text wunderbar, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Ich konnte recht flott eintauchen und war ganz vertieft, auch ohne das Buch selbst in Händen zu halten (was ich bis dahin für unmöglich gehalten hätte!). 



Die Geschichte von Haruki Murakami beginnt mit einer 29 Jahre alten Frau, die in einem Taxi sitzt, sie muss dringend wohin, aber warum, das erfährt man zunächst nicht. Es hört sich wichtig an. Vielleicht ist sie Anwältin, Geschäftsfrau? Der Taxifahrer hört klassische Musik, Janaceks Sinfonietta. Dieses Lied wird den Leser noch einige Male begegnen, es wird sozusagen zu einem Motiv innerhalb der Story (ich habe reingehört und musste die ganze Zeit an das Buch denken, eine sehr schöne Verbindung, außerdem wird die Musik so genau beschrieben, ihre Motive und die Bilder, die sie hervorrufen kann, dass ich neugierig war und die meisten erwähnten Musikstücke nachgehört habe). Aomame ist Angestellte in einem Sportclub und gibt auch Privatstunden, wie man später erfährt, und ganz nebenbei tötet sie Männer, die ihre Frauen misshandeln. 

Neben Aomame gibt es noch einen zweiten Charakter, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird: Tengo. Der Mathematiklehrer schreibt auch Bücher, aber bis jetzt wurde nichts von ihm veröffentlicht. Dafür hilft er bei einer Literaturzeitung aus, als die ein Preisausschreiben macht. Er stößt dabei während dem Durchsehen von Manuskripten auf „Die Puppe aus Luft“ von einem Mädchen namens Fukaeri. In dieser Geschichte geht es um eine blinde Ziege, die Little People und eine Welt, in der zwei Monde existieren. Er soll die Geschichte sprachlich ausbessern und genau das macht er. Das Buch wird ein Riesenerfolg, aber Tengo konnte ja nicht ahnen, in was er da hinein geraten ist und als er es bemerkt, ist es schon viel zu spät. 

Kunstvoll wird Tokio beschrieben. Zunächst fragte ich mich, wohin das alles führt, wo die Berührungspunkte zwischen Aomame und Tengo sind. Doch nach und nach zog mich die Geschichte in ihren Bann. Die Verbindungen sind geschickt gemacht, die Übergänge von Realität zu dieser anderen Welt so versteckt, die Hintergründe so verwinkelt, dass ich einige Male ein paar Minuten zurückspringen musste, um sie genau zu verstehen, aber sobald sich mein Ohr darauf eingestellt hatte, lief es reibungslos. 


Buch 1 und 2 habe ich jetzt gehört und möchte schreien! Ein Cliffhanger dieses Ausmaßes kenne ich sonst nur aus amerikanischen Serien und auch da hasse ich sie. xD Jetzt heißt es noch 4 Tage warten, bis ich ein neues Guthaben bei Audible habe und dann noch weitere 17 Stunden in 1Q84 verbringen. 

Gesamt sieht das so aus:


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