Direkt zum Hauptbereich

Rezension zu „To kill a Mockingbird“ von Harper Lee

Dieses Buch stand schon eine ganze Weile auf meiner Must-Read Liste, auf eben dieser Liste, die Bücher führt, die man aus bildungstechnischen, kulturellen, Allgemeinwissen-Gründen gelesen haben sollte. Ich hatte berechtigte Sorgen, das Buch könnte, wie einige andere auf dieser Liste schwer und umständlich zu lesen oder schlichtweg sterbenslangweilig sein. Warum all meine Befürchtungen zerstreut wurden, erfahrt ihr jetzt! 


Scout erzählt die ganze Geschichte aus dem Blickwinkel eines nicht ganz neunjährigen Mädchens, das lieber ein Junge wäre und in den Südstaaten aufwächst. Sie verbringt die meiste Zeit mit ihrem Bruder Jem und liebt ihren Vater Atticus, der Anwalt ist. Nicht nur die junge Erzählerin, auch jede andere Figur, die sich zwischen diesen Seiten bewegt, fühlt sich lebendig, bunt und plastisch an. Das ist der erste Grundstein, der es schafft, eine eindringliche, berührende Geschichte zu knüpfen. 

Dazu kommen die detaillierten und scharfsinnigen Beobachtungen, die getroffen und damit ein differenziertes Bild der Gesellschaft geben. Aus den Augen eines Kindes werden all die festgefahrenen Strukturen hinterfragt und reflektiert, während es lernt, darin zu leben. Mit der kindlichen Unschuld und Unverständnis gegenüber Klassenkampf, Ungerechtigkeit und Hass, den die Menschen leitet, erzählt Scout all das, was in jenem Sommer passierte, als ihr Vater einen dunkelhäutigen Mann vor Gericht verteidigte. 

Die Dialoge sind einfach gehalten, doch gerade in ihrer Einfachheit tragen sie bedeutungsvolle Botschaften, ohne dass die Autorin ein "Du musst" ausspricht, vielmehr erging es mir so, dass ich oft zum Nachdenken angeregt wurde, ohne den üblen Beigeschmack der moralischen Keule. 

Zuletzt begeisterte mich wirklich der Stil. Auf Englisch toll und flüssig zu lesen. Ohne blumige Übertreibung dennoch plastisch und farbenfroh. 


Für mich ein wirklich tolles Buch, von dem ich froh bin, es endlich gelesen zu haben. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

😍 1. Lesenacht 😍

Ich habe noch nie an einer Lesenacht teilgenommen - aber wenn es sich anbietet, möchte ich es gerne ausprobieren! ☆so gespannt☆  Bookdemon  ist Schirmherrin über das Event, falls ihr also noch nichts heute vor habt, macht unbedingt mit! Es startet um 19 Uhr 😁  Ich werde wohl " Empire State " aus dem Papierverzierer Verlag lesen - und ihr?  20 Uhr - erste Frage 😍 Puh! Richtig genervt hat mich "Those broken Stars". Ehrlich, die dümmste Art Probleme zu schaffen, indem keiner miteinander spricht. 🙈 21 Uhr - zweite Frage, es geht weiter 😗 Also mich würde ein total verrückter Superheld in grellen Strumpfhosen und der obligatorischen engen, roten Unterhose darüber. Mit wehendem Umhang und abgefahrener, geflügelter Maske.  22 Uhr - dritte Frage 😏  Hm...was würde ich ändern. Der extrem sexistische Ton von Rex ist hart zu schlucken, aber gehört wohl so. Im Moment ist es noch hart zu durchschauen, was wirklich abgeht, der dü...

Rezension zu „The Plastic Magician“ von Charlie N. Holmberg

Die Reihe „The Paper Magician“ habe ich geliebt. Sie konnte mit so viel Herz und Fantasie aufwarten, dass sich mir gar nicht die Frage stellte, ob ich dieses Buch auch lesen würde: Ganz klar!  Leider ist es so, wenn man sich sehr auf eine Fortsetzung freut, dass man das Neue mit dem Alten vergleicht. Und bei diesem Vergleich schneidet dieses Buch nicht ganz so gut ab. Was die ersten drei Bücher ausmachte, waren eben diese unglaubliche Fantasie und diese tolle Story, die einfach etwas Anderes war, neu und kreativ und LeserInnen sofort mit auf ein Abenteuer nahmen. Die Magie war besonders und die Liebesgeschichte packte einen wirklich - und das sage ich als jemand, der bei Romantik meistens mit den Augen rollt!  Hier liegt eine schöne Idee zugrunde, doch der Plot ist nicht außergewöhnlich. An einigen Stellen war es sehr vorhersehbar, was geschehen würde. Sei es nun, wer sich als Bösewicht herausstellte oder wer der romantische Gegenpart werden würde. Da die Geschich...

Rezension zu „Phoenix - Tochter der Asche“ von Ann-Kathrin Karschnick

„Im Leben musst du Entscheidungen treffen, die dir nicht immer gefallen. Entweder entscheidet man sich für das Leben oder dagegen.“ Hamburg, in einer Zukunft, in der zwar Wesen wie Hexen, Dämonen und Phönixe existieren, die aber gejagt und gefangen werden. Erst erschütterte ein geheimnisvolles Experiment Europa, danach ein Krieg gegen Amerika. Übrig blieb ein zerstörtes, zerrüttetes Land, das jedoch in einer Macht seine Rettung sah: Die Saiwalo.  Doch die Phönix Tavi weiß es besser. Sie hat viele Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte miterlebt und sie weiß, dass die Saiwalo nicht die großen Retter sind, für die sie sich ausgeben. Mithilfe ihres Zöglings Nathan versucht sie gegen diese Regierung vorzugehen - und gleichzeitig an einem Ort zu überleben, an dem ihre Art als Monster, als Seelenlose gejagt wird.  Die Idee alleine zog mich schon in ihren Bann. Magische Wesen, nur so ganz anders, als wir sie kennen. Dazu ein fast schon postapokalyptisches Hamburg und...