Samstag, 17. Juni 2017

Rezension zu „Prepper" von Felix A. Münter

"Was war Menschlichkeit? Was bedeutete dieses kleine Wort, wenn es Individuen gab, die weder über Anstand noch Moral verfügten? Die sich ihren abscheulichen Trieben hingegeben hatten und glaubten, über allen Bewohnern dieser Welt zu stehen?"


Alles beginnt mit einer zufälligen Begegnung. Doran findet mit seiner Bulldogge Churchill einen anderen Loner, der im Sturm einen Abhang hinab fiel und im Sterben liegt. Um ihn nicht alleine zu lassen, sieht er ihm beim Sterben zu und begräbt ihn anschließend. Doch der Verletzte hatte noch etwas Interessantes zu berichten, hielt in den Händen einen Beweis für etwas, das Doran bereits als Märchen abgetan hatte: Die Prepper. Menschen, die das aufkommende Chaos vorhergesehen und sich darauf vorbereitet hatten. Menschen, die irgendwo ein Lager besaßen, voller Lebensmittel und Ressourcen. Früher, als Kind, wollte Doran sie immer finden, und nun, Jahre später, bekommt er nicht nur einen Hinweis, nein ein ganzes Buch und eine Karte!

Damit beginnt eine abenteuerliche Schnitzeljagd. Hinweisen muss gefolgt werden. Schlachten geschlagen. Zwar treffen Doran und Churchill auf Verbündete, doch noch ganz andere Gesellen sind in dieser Welt unterwegs, brutal vorgehend gegen jeden, der ihnen das Prepper-Lager streitig machen könnte. 

Können Doran und seine Begleiter das Prepper Lager finden? Und wie sieht dieser Traum in Wirklichkeit aus? 

Ein Protagonist mit einem treuen Hund, damit kann man schon nichts falsch machen - vor allem, wenn Herrchen und Hündchen diese Chemie aufweisen, wie hier. Dazu kommen noch weitere Gestalten, keiner davon ist ein Held, alle haben ihre Macken, aber das macht sie echt und greifbar und eine Freude, ihnen auf ihrem Weg zu folgen. 

Wer andere Bücher des Autors kennt, wird auch hier seinen üblichen trockenen sehr klaren Schreibstil zu lesen bekommen. Es ist eine herrliche Abwechslung und macht sehr viel Spaß, dazu passt er zu dieser wüsten Welt und den Figuren darin. 

Großes Highlight: Der Twist. Die Spannung wird aufgebaut. Man beginnt, etwas zu merken. Etwas ist da, etwas stimmt nicht. Und dann kommt - bämm! - diese Eröffnung, mit der man nicht gerechnet hat (zumindest ich nicht). Für mich der beste Teil des Buches.

Manko: Leider gibt es eine Sache, die ich bemängeln muss. Es zieht sich. Der Anfang ist spannend, das Ende ist mega spannend, aber dazwischen, trotz guter Dialoge und Voranschreiten der Story zieht es sich wie Honig aus dem Kühlschrank. Ich musste das Buch einige Male beiseite legen und etwas anderes lesen, bevor ich weiter gemacht habe. 

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