Samstag, 23. Juli 2016

Rezension zu „Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln“ von Marie Graßhoff

Diese Rezension fällt mir sehr schwer, vor allen Dingen, da ich niemanden spoilern will, was geschieht und was alles dahinter steckt, denn all diese Geheimnisse aufzudecken, auf all die Fragen eine Antwort zu bekommen ist mit ein Teil, warum dieses Buch trotz seiner Länge bis zum Ende fesselt. 
Zum Beispiel: Was bedeutet denn nun eigentlich „Kernstaub“? 

Daher hier die (hoffentlich) spoilerfreie Rezension: 


In Welten, in denen man - außer sich selbst - nichts mehr zu verlieren hat, fanden wir die Stille, nach der wir uns so lange gesehnt hatten.“ 


Bereits die ersten zwei Seiten haben mich total gefesselt. Ich habe nicht verstanden, um was es genau geht. Wusste nicht, wer spricht, was geschehen ist - aber ich wollte es unbedingt. 

Danach lernt man Mara kennen, die in einem großen Haus wohnt und Angst vor Uhren hat. 
Dazu kommt Juan, der der Bruder ihrer besten Freundin ist, und Mara nicht leiden kann. 
Das ist die Ausgangssituation, bevor die Ereignisse langsam ins Rollen kommen und die Geschichte sich zusammenzieht, den Leser hinein zieht, in eine Welt, die so vielschichtig und groß ist, dass sie erst nach und nach ihr ganzes Ausmaß zeigt. Jedes Mal, wenn ein wenig mehr aufgedeckt wird, etwas mehr von all dem durchscheint, was hinter dieser Geschichte steht, fesselt es noch mehr. 

Dabei war der Anfang kein einfacher. Zwar war ich nach den ersten zwei Seiten total verliebt und wusste, dass ich dieses Buch zu Ende lesen würde, aber danach fielen die 50 folgenden Seiten ziemlich schwer. Das lag vor allen Dingen an der Schreibweise der Autorin, die nicht einfach zu lesen ist. Dabei ist sie sehr schön, doch ab und zu stolpert man über einen Satz, in dem die Worte nicht so stehen, wie man es vielleicht gewöhnt ist. Kaum war ich daran gewöhnt, konnte ich diese Art des Schreibens sehr genießen. Denn sie war so außergewöhnlich wie die Geschichte und unterstrich die jeweiligen Charaktere perfekt. Zudem gibt es wunderschöne Beschreibungen von Orten und Wetter, Jahreszeiten und Gedanken, die manchmal ganze Absätze einnehmen, die ich aber immer wieder gelesen habe, weil sie mir regelrecht eine Gänsehaut verursacht haben. 

Wie die Welt, sind die Charaktere vielschichtig. Es gibt keine Helden und keine Bösewichte, kein Schwarz und Weiß, sondern „Kernstaub“ zeigt eine Vielzahl an Facetten von Grautönen, die das Wesen der Menschen sehr gut widerspiegelt. 

Gleichzeitig wird man als Leser mit sehr vielen philosophischen Fragen konfrontiert, mit Überzeugungen und Überlegungen, die mich selbst zum Nachdenken angeregt haben. 

Fazit: 
Nein, dieses Buch ist keines, das man gemütlich lesen kann, während nebenbei der Fernseher läuft. Es verlangt ein wenig mehr Konzentration als andere Beispiele dieses Genres, aber jede investierte Minute lohnt sich. 
Hier entfaltet sich ein Universum, eine Philosophie, eine Überlegung zu Leben und Tod, die gebunden an die verschiedenen Figuren sich entfaltet und wahnsinnig fesselnd ist - bis zur letzten Seite hin!

Daher lasst euch nicht entmutigend, wenn es am Anfang schleppend geht, denn das legt sich und danach werdet ihr es sicherlich auch lieben und faszinierend finden. 

Gesamt sieht das so aus:




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