Montag, 25. Juli 2016

Rezension zu "City of Bones" von Cassandra Clare

Schon doof, wenn man ein Buch in die Hand nimmt mit dem Gedanken "pfff, mal sehen, was der ganze Hype soll, wahrscheinlich total überbewertet" und dann vollständig von der Geschichte gefesselt wird und nur heilfroh ist, dass man die anderen 5 Bände auch schon zu Hause hat, weil man sonst gnadenlos einem persönlichen Weltuntergang entgegenschlittern würde, weil man nicht weiter lesen kann. 



Zuerst dachte ich "oje, die ist 15..." und danach "diese Beziehung ist so offensichtlich!" und dann "oh mein Gott ich LIEBE sie!!"

Warum: Ja die Charaktere sind jung und ja, diese Jugend merkt man ihnen manchmal an, aber weit weniger oft, als man denken könnte. Denn statt mit dummen Teenager-Gewäsch präsentieren sich die Figuren schlagfertig, lustig und jeder von ihnen hat einen ganz eigenen Charakter, der gerade dazu einlädt sie zu lieben (oder abgrundtief zu hassen, je nach dem). 

Ich habe es auf Englisch gelesen und bin ganz begeistert von dem sehr lebhaften Schreibstil, der mit großartigen Vergleichen punktet und so eine dreidimensionale, bunte Welt erschafft, in der die Handlung stattfindet. 

Die Handlung ist gut gemacht. Sie ist spannend, nicht sofort durchschaubar und hat einige unerwartete Wendungen. Außerdem sind die Szenen, in denen Charakterentwicklung und -vorstellung betrieben werden und diese, in denen gekämpft wird, gut gemischt und halten eine feine Balance, sodass man nach jedem weiteren Mal, bei dem man Clary, Jace und den Rest näher kennen lernt, die für die Figuren gefährlichen Situationen noch intensiver erlebt, denn jedes Mal will man weniger, dass ihnen etwas geschieht. 

Cassandra Clare wird nicht umsonst die Königin des Fantasy-Genres genannt. Den Titel hat sie durchaus verdient. Und ich freue mich auf die weiteren 5 Bände von "The Mortal Instruments".

Gesamt sieht das so aus: 




Samstag, 23. Juli 2016

Rezension zu „Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln“ von Marie Graßhoff

Diese Rezension fällt mir sehr schwer, vor allen Dingen, da ich niemanden spoilern will, was geschieht und was alles dahinter steckt, denn all diese Geheimnisse aufzudecken, auf all die Fragen eine Antwort zu bekommen ist mit ein Teil, warum dieses Buch trotz seiner Länge bis zum Ende fesselt. 
Zum Beispiel: Was bedeutet denn nun eigentlich „Kernstaub“? 

Daher hier die (hoffentlich) spoilerfreie Rezension: 


In Welten, in denen man - außer sich selbst - nichts mehr zu verlieren hat, fanden wir die Stille, nach der wir uns so lange gesehnt hatten.“ 


Bereits die ersten zwei Seiten haben mich total gefesselt. Ich habe nicht verstanden, um was es genau geht. Wusste nicht, wer spricht, was geschehen ist - aber ich wollte es unbedingt. 

Danach lernt man Mara kennen, die in einem großen Haus wohnt und Angst vor Uhren hat. 
Dazu kommt Juan, der der Bruder ihrer besten Freundin ist, und Mara nicht leiden kann. 
Das ist die Ausgangssituation, bevor die Ereignisse langsam ins Rollen kommen und die Geschichte sich zusammenzieht, den Leser hinein zieht, in eine Welt, die so vielschichtig und groß ist, dass sie erst nach und nach ihr ganzes Ausmaß zeigt. Jedes Mal, wenn ein wenig mehr aufgedeckt wird, etwas mehr von all dem durchscheint, was hinter dieser Geschichte steht, fesselt es noch mehr. 

Dabei war der Anfang kein einfacher. Zwar war ich nach den ersten zwei Seiten total verliebt und wusste, dass ich dieses Buch zu Ende lesen würde, aber danach fielen die 50 folgenden Seiten ziemlich schwer. Das lag vor allen Dingen an der Schreibweise der Autorin, die nicht einfach zu lesen ist. Dabei ist sie sehr schön, doch ab und zu stolpert man über einen Satz, in dem die Worte nicht so stehen, wie man es vielleicht gewöhnt ist. Kaum war ich daran gewöhnt, konnte ich diese Art des Schreibens sehr genießen. Denn sie war so außergewöhnlich wie die Geschichte und unterstrich die jeweiligen Charaktere perfekt. Zudem gibt es wunderschöne Beschreibungen von Orten und Wetter, Jahreszeiten und Gedanken, die manchmal ganze Absätze einnehmen, die ich aber immer wieder gelesen habe, weil sie mir regelrecht eine Gänsehaut verursacht haben. 

Wie die Welt, sind die Charaktere vielschichtig. Es gibt keine Helden und keine Bösewichte, kein Schwarz und Weiß, sondern „Kernstaub“ zeigt eine Vielzahl an Facetten von Grautönen, die das Wesen der Menschen sehr gut widerspiegelt. 

Gleichzeitig wird man als Leser mit sehr vielen philosophischen Fragen konfrontiert, mit Überzeugungen und Überlegungen, die mich selbst zum Nachdenken angeregt haben. 

Fazit: 
Nein, dieses Buch ist keines, das man gemütlich lesen kann, während nebenbei der Fernseher läuft. Es verlangt ein wenig mehr Konzentration als andere Beispiele dieses Genres, aber jede investierte Minute lohnt sich. 
Hier entfaltet sich ein Universum, eine Philosophie, eine Überlegung zu Leben und Tod, die gebunden an die verschiedenen Figuren sich entfaltet und wahnsinnig fesselnd ist - bis zur letzten Seite hin!

Daher lasst euch nicht entmutigend, wenn es am Anfang schleppend geht, denn das legt sich und danach werdet ihr es sicherlich auch lieben und faszinierend finden. 

Gesamt sieht das so aus:




Sonntag, 17. Juli 2016

Rezension zu „For Good - Über die Liebe und das Leben“ von Ava Reed

Ich habe gelacht und ich habe geweint - durchgehend, gleichzeitig, immer! 
Was für ein aufwühlendes Buch!



Charlie trauert um ihren Mann. Es ist erst wenige Wochen her, dass er verstorben ist. Und sofort zieht die Schreibweise der Autorin einen in dieses tiefe Loch, in dem sich Charlie befindet. Die Sprache ist eindringlich, beschreibt dunkle, furchtbare Gedankengänge, die sich kreisend um diese Sache bewegen, so hoffnungslos, dass es einem Schauer über die Haut jagt. 

Gleichzeitig darf man als Leser immer wieder in ihre Erinnerungen springen. Man erfährt, wie sie sich kennen gelernt haben. Wie sie sich verloren und wieder fanden. Und hier ist die Schreibweise so leicht, so fröhlich, dass ich die Passagen mit einem breiten Grinsen gelesen habe. 

Der Wechsel zwischen diesen beiden Phasen, pures Glück und totale Hoffnungslosigkeit, empfindet man fast schmerzlich und je mehr man über Charlie erfährt, über ihr Leben davor, desto mehr trauert man mit ihr. 

Manko - oder auch nicht?
Es wird mit Klischees nicht unbedingt gespart. Gerade die romantischen Szenen sind manchmal nahe an der Grenze zu kitschig. Dennoch habe ich nie mit den Augen gerollt - und ich rolle schon bei Kleinigkeiten mit den Augen! Dazu war ich viel zu gefesselt, viel zu eingenommen von dieser wunderschönen Schreibweise, den Bildern, die durch sie gezaubert wurden und den Personen, die ich nur in mein Herz schließen konnte. 


Für Fans von romantischen Büchern ist dieses ein Muss, für Menschen wie mich, die dieses Genre nur manchmal antesten und es eher mit einem Stock anstupsen, nur um zu sehen, ob es noch lebt, ist es ein kleiner Lichtblick, weil es gut gemacht ist, schön und ergreifend und trotz der Klischees nicht nervend, sondern durchgehend unterhaltsam. 

Gesamt sieht das so aus: 


Freitag, 1. Juli 2016

Rezension zu "Academy of Shapeshifters - Nebelweiß" von Amber Auburn

"Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um einen einzigen Punkt: Zofia." 
Dieser Satz beschreibt ganz gut einen Teil der Geschichte. Denn im letzten Teil begannen die Spiele im Camp, Fel gegen Can, doch obwohl Lena erst neu ist und noch nicht so viel Kontrolle über ihre Gestalt hat, obwohl ihr gesagt wurde, dass die Fel gefährlich sind, findet sie den wahren Feind nicht bei den Gegnern, sondern im eigenen Rudel, und einen geheimnisvollen Freund bei den Feinden. 



Das war der Ausgangspunkt und hier schließt Teil 4 nahtlos an. 
Es sind nur Minuten vergangen. Lena ist verletzt. Sie muss verarztet werden, aber sie wird nicht aufgeben, das ist klar. Sie weiß, dass sie sich beweisen muss, dass sie beweisen muss, dass sie würdig ist, nicht nur für das Rudel, sondern auch für Janis. Dass Zofia diesem immer wieder nahe kommt, gefällt dem Mädchen dabei gar nicht. 

Doch als wären diese Probleme nicht genug, ist da der Panther, der sie gerettet hat und nach dem sie Ausschau hält. Und dann wäre da noch Rajani, ihre Freundin, die Katze, die so furchtlos kämpft, oder ist es mehr als das? 

Die Spiele werden mit viel Phantasie erzählt. Es bleibt spannend und es entstehen keine Längen. Die Sprache ist schnörkellos, aber sehr gut zu lesen. Die Seiten wurden von mir nur so umgeblättert. Ich wollte unbedingt wissen, was vor sich geht und wer die Spiele gewinnt! 

Außerdem gefällt mir sehr, wie sich Lena langsam in ihrem neuen Leben einfindet. Sie ist noch lange nicht so stark oder schnell wie andere, aber ihre Gedanken formen sich klarer, ihr Wille durchzuhalten und zu kämpfen, etwas zu tun und ihre Loyalität zu ihrem Rudel, aber auch zu ihrer Freundin, trotz der Unterschiede, sind bemerkenswert und machen Lena zu einer sympathischen Figur, die jedes Mal scheinbar etwas mehr von ihrer Vielschichtigkeit zeigt. 

Ich freue mich schon sehr mehr von ihrer Entwicklung zu sehen. Und auf die Kämpfe mit den anderen Camps! *yay* 

Gesamt sieht das so aus: 




Rezension zu "Phönix Akademie - Der gefallene Phönix" von I. Reen Bow

"Warum fragen die Menschen nach Dingen, über die sie sowieso bald stolpern?"
Wenn eine Figur in dieser Serie so einen Satz tatsächlich ausspricht, dann kann ich nur schmunzeln. Denn die Antwort ist einfach: die Neugierde bringt einen um!




Auch im vierten Teil der Serie kann die Autorin mit klarer, geradliniger Sprache überzeugen, die einen schnell in die Geschichte bringt. Es wird auf einen Rückblick verzichtet, dafür werden die vergangenen Geschehnisse in die Geschichte eingebunden, sodass alles lebhaft in Erinnerung gerufen wird.

Endlich, endlich erfährt man mehr über Robin und Frederic und über ihr Leben. Wieder erhält man ein paar mehr Einblicke in das Leben in der Akademie und kehrt zurück zu Charakteren wie Berry und Aves. Doch auch viele Fragen bleiben offen und noch mehr kommen dazu!
Geheimnisse lauern an jeder Ecke - böse! - aber es ist so gut gemacht, dass ich gerne einen Monat bibbere und hibbele, bis die Phönix Akademie zurück kehrt und weiter geht.


Gesamt sieht das so aus: