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Rezension zu „Freiheit“ von Jonathan Franzen

Auf den ersten Blick ist es "nur" die Geschichte einer Familie, aber dieses "Nur" streicht man aus der Beschreibung des Buches, wenn man sich ansieht, wie komplex diese Geschichte erzählt wird. Kein Charakterzug ist einfach da, er erklärt sich aus Erfahrungen und dem Erwachsenwerden. 


Da sind vier Menschen, deren Leben näher betrachtet werden. Patty und Walter Berglund, ihr Sohn Joey und der Sänger Richard Katz. Das "normale" Familienleben wird bei näherer Betrachtung analysiert und regelrecht bloß gestellt. Denn die glückliche Familie entpuppt sich bald als kaputt und Liebe als Kompromiss. Dazu kommt Richard, der beste Freund Walters, eine Freundschaft, die nur möglich ist, weil sie in der Jugend wachsen konnte, denn die Männer sind gänzlich verschieden. 

Wirren und Irrungen, Kompromisse, die das Leben eben verlangt und die große Frage, was wahres Glück ist, was Freiheit uns bringt und mit uns macht. Eine wirklich spannende Analyse einer Familie, aber auch der amerikanischen Geschichte von den 70er Jahren an. 

Das Buch ist schnell zu lesen. Tatsächlich baute sich eine solche Spannung auf, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich musste wissen, wie es mit diesen ehrlichen, realistischen Charakteren weiter geht. Denn im klassischen Sinn gibt es hier keine Helden oder eben viele Helden, denn sie alle meistern das Leben und finden irgendwie ihren Weg. Ob es der beste ist, ob sie ihn bis zum Ende gehen? Das muss man jedoch selber lesen - es lohnt sich! 

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