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Rezension zu „Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails“ von Sarah Bakewell

Auf dieses Buch habe ich schon sehr lange herbeigesehnt!
Es lag so lange auf meiner Wunschliste, dass ich es voller Erwartung aufgeschlagen habe und Angst hatte, ich würde enttäuscht werden - Fazit vor weg: Wurde ich nicht!


Auf herrlich einfache, malerische Art nimmt die Autorin den/die LeserIn mit nach Paris. Wir sitzen in einem Cafe und hier beginnt die Reise. 
Eine Reise nach Berlin und weiter nach Freiburg. Zu Husserl und Heidegger, weiter nach Paris und von dort irgendwann nach England und die USA. Die Geschichte spinnt sich wie eine gut geölte Maschine. Es wird so farbenfroh und lebendig erzählt, dass man nicht das Gefühl hat, bloße Theorie zu lesen. 

Hier geht es um Weltgeschichte, um die schrecklichste Zeit Europas, um Kriege, um das Aufbegehren von Unterdrückten, um den Kampf nach Freiheit, das Streben nach einer besseren Zukunft und dazwischen, alles umschließend und umwickelnd, als könnte es gar nicht anders sein, von der großen Philosophie dieser Zeit. Um Phänomenologie und Existenzialismus und alles, was folgt, und wie es die Menschen beeinflusste, wie es sich weiter entwickelt hat und wie der Diskurs stattfand. 

Zentrale Rolle dabei spielen wohl eindeutig zwei Figuren: Sartre und Beauvoir. Ihre Leben werden hier aufgerollt, ihr Leben in dieser Zeit, in ihrer Philosophie, nicht davon losgelöst. 


Gesamt wirkt dieses Buch nicht wie ein vertrocknetes Lehrbuch, sondern wie ein atmender, lebender Organismus, der Ideen und Philosophien neu belebt und ihnen damit wohl am besten gerecht wird. Denn Philosophie muss gelebt werden, um sie zu verstehen. Sie muss mehr, als nur verstanden werden, ist mehr als Theorie. So zumindest habe ich sie stets verstanden und so wird sie nun auch hier präsentiert. Lebendig und spannend, etwas, über das man diskutieren kann, nach dem man sich richten kann, das anregt, darüber nach zu denken. 

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