Direkt zum Hauptbereich

Rezension zu „Prepper" von Felix A. Münter

"Was war Menschlichkeit? Was bedeutete dieses kleine Wort, wenn es Individuen gab, die weder über Anstand noch Moral verfügten? Die sich ihren abscheulichen Trieben hingegeben hatten und glaubten, über allen Bewohnern dieser Welt zu stehen?"


Alles beginnt mit einer zufälligen Begegnung. Doran findet mit seiner Bulldogge Churchill einen anderen Loner, der im Sturm einen Abhang hinab fiel und im Sterben liegt. Um ihn nicht alleine zu lassen, sieht er ihm beim Sterben zu und begräbt ihn anschließend. Doch der Verletzte hatte noch etwas Interessantes zu berichten, hielt in den Händen einen Beweis für etwas, das Doran bereits als Märchen abgetan hatte: Die Prepper. Menschen, die das aufkommende Chaos vorhergesehen und sich darauf vorbereitet hatten. Menschen, die irgendwo ein Lager besaßen, voller Lebensmittel und Ressourcen. Früher, als Kind, wollte Doran sie immer finden, und nun, Jahre später, bekommt er nicht nur einen Hinweis, nein ein ganzes Buch und eine Karte!

Damit beginnt eine abenteuerliche Schnitzeljagd. Hinweisen muss gefolgt werden. Schlachten geschlagen. Zwar treffen Doran und Churchill auf Verbündete, doch noch ganz andere Gesellen sind in dieser Welt unterwegs, brutal vorgehend gegen jeden, der ihnen das Prepper-Lager streitig machen könnte. 

Können Doran und seine Begleiter das Prepper Lager finden? Und wie sieht dieser Traum in Wirklichkeit aus? 

Ein Protagonist mit einem treuen Hund, damit kann man schon nichts falsch machen - vor allem, wenn Herrchen und Hündchen diese Chemie aufweisen, wie hier. Dazu kommen noch weitere Gestalten, keiner davon ist ein Held, alle haben ihre Macken, aber das macht sie echt und greifbar und eine Freude, ihnen auf ihrem Weg zu folgen. 

Wer andere Bücher des Autors kennt, wird auch hier seinen üblichen trockenen sehr klaren Schreibstil zu lesen bekommen. Es ist eine herrliche Abwechslung und macht sehr viel Spaß, dazu passt er zu dieser wüsten Welt und den Figuren darin. 

Großes Highlight: Der Twist. Die Spannung wird aufgebaut. Man beginnt, etwas zu merken. Etwas ist da, etwas stimmt nicht. Und dann kommt - bämm! - diese Eröffnung, mit der man nicht gerechnet hat (zumindest ich nicht). Für mich der beste Teil des Buches.

Manko: Leider gibt es eine Sache, die ich bemängeln muss. Es zieht sich. Der Anfang ist spannend, das Ende ist mega spannend, aber dazwischen, trotz guter Dialoge und Voranschreiten der Story zieht es sich wie Honig aus dem Kühlschrank. Ich musste das Buch einige Male beiseite legen und etwas anderes lesen, bevor ich weiter gemacht habe. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension zu "Academy of Shapeshifters - Tigerauge" von Amber Auburn

"Für einen Moment fühlte ich mich wie auf einem Schulausflug mit meiner Klasse. Für einen Moment war alles normal. Für einen Moment war ich keine Wandlerin und wir waren nicht auf der Flucht."  Lena und die Fel sind auf der Flucht. Die Situation mit den Can noch nicht geklärt. Trotzdem findet Lena ein paar ruhige Minuten. Momente, in denen sie mit Rajani albern kann, aber auch Momente, in denen sie Noel näher kennen lernt.  Doch - wie könnte es anders sein? - ist das kein dauerhafter Zustand. Zu unsicher sind die Zeiten. Und dann erscheint auch noch ein alter (oder neuer?) Gegner auf dem Spielbrett, der plötzlich alle zwingt zu handeln... Und dann...*hust* Spoiler *hust* :P  Die Schreibweise war wie immer angenehm und leicht zu lesen. Die Geschichte geht flüssig und fehlerfrei weiter. Sofort war ich wieder bei den Fel in ihrem Versteck und der Monat Wartezeit war vergessen.  Neue Figuren werden vorgestellt, alte bekommen eine größere Rolle - es wird a...

Rezension zu „Shadow Love“ von Kaylie Morgan

Zunächst meine Kurzmeinung: Dieses Buch ist recht kurzweilig und sorgt für nette Unterhaltung zwischendurch.  Ausführlicher bedeutet das Folgendes:  Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Stimme der Protagonistin wird gut eingefangen und lässt die Geschichte sehr persönlich wirken.  Die Figuren sind gut beschrieben, wenn auch manche etwas eindimensional erscheinen, doch das kann auch an den Eindrücken der Protagonistin liegen, die die Figuren eben auf eine ganz bestimmte Weise kennenlernt.  Die Erklärungen, wie alles zusammenhängt, sind gut gelungen und eröffnen somit eine fremde Welt, obwohl sich alles in unserer Realität abspielt.  Leider ging alles sehr schnell. Vor allem die Liebe, die dann so entscheidend wird, ist plötzlich einfach da. Die Protagonistin hat kaum Worte mit demjenigen Welchen gesprochen und plötzlich ist die Rede von der großen Liebe. Für mich waren die tiefen Gefühle, die beide plötzlich zum Ausdruck brachten,...

Rezension zu „The Plastic Magician“ von Charlie N. Holmberg

Die Reihe „The Paper Magician“ habe ich geliebt. Sie konnte mit so viel Herz und Fantasie aufwarten, dass sich mir gar nicht die Frage stellte, ob ich dieses Buch auch lesen würde: Ganz klar!  Leider ist es so, wenn man sich sehr auf eine Fortsetzung freut, dass man das Neue mit dem Alten vergleicht. Und bei diesem Vergleich schneidet dieses Buch nicht ganz so gut ab. Was die ersten drei Bücher ausmachte, waren eben diese unglaubliche Fantasie und diese tolle Story, die einfach etwas Anderes war, neu und kreativ und LeserInnen sofort mit auf ein Abenteuer nahmen. Die Magie war besonders und die Liebesgeschichte packte einen wirklich - und das sage ich als jemand, der bei Romantik meistens mit den Augen rollt!  Hier liegt eine schöne Idee zugrunde, doch der Plot ist nicht außergewöhnlich. An einigen Stellen war es sehr vorhersehbar, was geschehen würde. Sei es nun, wer sich als Bösewicht herausstellte oder wer der romantische Gegenpart werden würde. Da die Geschich...